Restaurant Les Fers

Mittwoch. Noch so ein strahlender Tag. Wir machen uns in aller Frühe parat, damit wir um 10:31 den Bus erwischen. Die Schneekanonen zischeln künstlichen Puder auf die Pisten. Monsieur Saletti, unser Lieblings-Chauffeur, kutschiert uns mit gewohnter Souveränität nach Leysin. Im La Farandole lassen wir uns zwei Sandwiches zubereiten und trinken Espresso auf der Terrasse. Dann machen wir uns auf dem Winterwanderweg auf, hinauf zum Restaurant Les Fers. Vor zwei Jahren machten wir diese Wanderung bereits einmal und trafen meinen Mitarbeiter Sandro und seine damals frische Freundin Anina zum Zmittag. Diesmal ist die Stimmung anders. Drinnen ist geschlossen, draussen Kioskbetrieb. Wir müssen uns mit einem weiteren (Ziegenkäse-Zwiebel-)Sandwich und Erbsensuppe begnügen. Musikalisch werde ich 30 Jahre zurückversetzt: Es läuft Housemusik, wie sie damals im DEPOSIT, dem ersten, legendären Underground-Club, dem ich damals beiwohnte, gespielt wurde. OK, es sind Remixe, aber unverkennbar im Stil von damals. Ich bin ent- und verzückt!
Dann packen wir die zwei winzigen Schlitten aus, die eigentlich nur aus einer kleinen, poförmigen Schale und einem kurzen Griff, alles aus liebem Polyäthylen, gegossen in Germany, bestehen, und sausen die Pisten und Winterwanderwege hinunter. Das Volk staunt. Und so sind wir ruckzuck am untersten Punkt angelangt, der Talstation des hintersten Sessellifts, welche in einem eisigen Tälchen liegt. Halbstündlich kommt hier ein Skibus vorbei, doch wir gehen zu Fuss weiter und erreichen La Comballaz. Seit der Übernahme der Postautolinie durch TPC haben sich Fehler im Fahrplan eingeschlichen. So werden die Haltestellen hier im Dorf nicht mehr aufgeführt, und die App will uns allen Ernstes in die andere Richtung nach Le Sépey schicken, wo wir dann umsteigen und die gleiche Strecke zurückfahren sollen. Zum Glück habe ich einen intelligenten Goldbären dabei, der dieses Spiel durchschaut und mit fester Stimme und mit Inbrunst meint: „Das ist ein Fehler, der hält hier!“ Und genau so ist es: Nach dem Kaffee im gegenüberliegenden Restaurant hält der Bus. Fahren tut ihn diesmal der geschickte Fahrer, der den Bus in Le Sépey in einem Schwung wenden kann, ohne den Rückwärtsgang zu bemühen. Ich berichtete davon. Freudig begrüsst er uns und scheint uns wiederzuerkennen. Martin erzählt ihm von unserer Wanderung. Kurze Zeit später sind wir wieder im Chalet, wo Einfeuern angesagt ist. Langsam haben wir es drauf, mit möglichst wenig Holz ein angenehmes Klima herzustellen. Ist aber tricky, ich schwör!

Nicht Nacht-und-Nebel- sondern Schneemaschine
Nur ein paar Bissen von den leckeren Sandwiches!
Romantischer Weiler unterwegs
Dent du Midi, Leysin
Mont d’Or & Pic Chaussy
Les Diablerets
Restaurant Les Fers
Rasante Abfahrt
Dent du Midi, Rhonetal
Fermentiertes Heu (riecht fein!)
Abendstimmung in La Comballaz (Foto: Martin Heimgartner)