
Donnerstag. Wir fahren wieder an den Untersee und vervollständigen die fehlende Strecke zwischen Steckborn und Berlingen. Zuerst entdecken wir das Zisterzienserinnen-Kloster am See, welches nun ein Hotel ist, bevor wir dann durchs Städtchen schlendern und in einer Bäckerei eine Zwischenstärkung zu uns nehmen. Dann stechen wir etwas hinauf, neben kleinen Rebbergen, wo wir einen tollen Blick auf den See und seine Zweifarbigkeit bekommen. An der seichten Uferzone, die bisweilen erst um die 100 Meter weit vom Ufer entfernt endet, erscheint der See in einem hellgräulichen Blau, während er sich weiter draussen in einem dunklen Petrol-Blaugrün zeigt. Mit dem immer noch herrschenden Niedrigwasser verstärkt sich der Effekt zusätzlich. Faszinierend!
Uns fehlt nur das Stück bis Berlingen. Dort hüpfen wir auf den Zug und fahren bis Kreuzlingen. Ein kurzer Spaziergang über die EU-Grenze, unter der Eisenbahn hindurch und schon befinden wir uns in einer mondänen Welt voller Hafen-Ambiente und einem Hauch Meeresbrise, auch wenn diese nur vom Bodensee her kommt. Im Restaurant „Hafenhalle“, auf der Terrasse, essen wir feine vegetarische Lasagne, trinken Rhabarber- & Johannisbeer-Shorle (jaja, in der EU gibts noch andere als Apfel-Shorle!). Die Bedienung ist ausnehmend freundlich und lässt sich sogar auf ein kurzes Schwätzchen ein.
Dann machen wir uns auf zum zweiten Teil. Erst am Kreuzlinger Hafen mit der Bodensee-Arena, durch den Seeburgpark und schon sind wir im Schloss Seeburg. Ich habe ein Update von Oliver (IG-Solar) bekommen, dass unser virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) für den Strombezug mit der PV-Anlage in der Nachbarschaft nun bereit steht. So kann ich am schattigen Tisch ebendiesen aktivieren, während wir noch einen Kaffee schlürfen. Dann geht es weiter dem Ufer entlang. Manchmal müssen wir um ein paar Villen mit privatem Seeanstoss herumkurven, aber sonst ist es toll. Viele Biodiversitätsflächen und eine Badi an der anderen. Viele davon gratis, was Martin natürlich instant für ein Bad inspiriert. Das Wasser sei sogar wärmer als die Luft! OK, es bläst uns ja auch fast um! Schliesslich gelangen wir zum Spital Thurgau. Also nicht irgend ein Spital, sondern DAS Spital! Und das steht in Münsterlingen. In der Cafeteria mit Seeblick stärken wir uns mit Kirschenkuchen und, ratet mal… genau, Kaffee. Es gibt hier sogar die Bahnstation „Münsterlingen Spital“, wo wir einsteigen und genüsslich die Rückfahrt beginnen. Voller schöner Erinnerungen und, auch ganz wichtig, praktisch ohne Heuschnupfen. Die 2. Desensibilisierung scheint von weiterem Erfolg gekrönt!


































Das Kloster Steckborn ist ein ganz interessanter Bau. Gefällt mir. Schöne Aufnahmen von farbigen Fassaden. Das Schöne, es stehen gar keine Fussgänger herum und verdecken das Bild. Es lohnt sich ausserhalb der Saison unterwegs zu sein.
Ein Ent? Ist da das Gesicht gemeint oder die Höhle? Habe das Wort nochnie gehört. Und die Trychlerschlössli müsst ihr mir auch erklären.
Es ist eine schöne Gegend, die mir gut bekannt ist. Einerseits durch meine Wanderungen, wie ihr ja wisst, und andererseits habe ich einen Grossteil meiner Jugend auf dem Campingplatz von Kreuzlingen (gleich neben der Badi) verbracht. Schon damals war ich fasziniert vom See mit all seinen Facetten und vom Ausland, das zum Nachbarn wurde, wodurch ich schon in jungen Jahren die Erkenntnis gewann, dass Grenzen nur im Kopf bestehen.
Michi, ich freue mich so sehr für dich, dass du endlich nicht mehr so grauenhaft unter dem Heuschnupfen leiden musst!
Wirklich, der See ist mehrfarbig… «Steckbore» war die Heimat von Othmar Fluck – wunderschön noch heute.
Münsterlingen – na – ja…
Zu «Kunst, aber in Gross»: Die geschätzt etwa 20 Kunstwerke stehen entlang der Landesgrenze, die man sonst mittlerweile nicht mehr wahrnimmt. Es muss hier gewesen sein, wo sich zu Beginn der Coronazeit dramatische Szenen abspielten, als Zäune hochgezogen wurden. Mittlerweile kann man wieder durch Europa wandern, ohne zu merken, in welchem Land man ist.
Die Wassertemperatur beträgt wegen des sonnigen Wetters und des seichten Wassers bereits etwa 14 Grad. Eher zu warm für Ende April. Der Wasserstand ist so tief, dass der See bis weit hinaus kaum tiefer als 60 cm tief ist – so jedenfalls an der Badestelle.
Der tiefe Wasserstand ist typisch für den Bodensee, der im Gegensatz zu den übrigen Alpenrandseen nicht durch ein Stauwehr reguliert ist. Für die Natur sind diese Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser ganz wichtig. Nur hier gibt es noch die sogenannten «Strandrasen» mit einer einzigartigen Flora und Fauna, die auf diesen Wechsel angewiesen ist.
Was für eine tolle konzeptionelle Idee, ein Kantonsspital statt in einem Stadthochhaus in einer Ansammlung von Pavillons in einer Parkanlage anzulegen!