St-Ursanne

Freitag. Auffahrt ist Ausfahrt, denken wir uns. Die Prognose ist so, dass es überall immer mal wieder regnet. Also fahren wir drauf los, zuerst mit dem ultrabequemen Neigezug nach Neuchâtel, wo es zwar Bindfäden regnet aber im Specttacolo wunderbare, leicht erwärmte ToMozz-Sandwiches gibt. Kurz entschlossen nehmen wir den Zug nach La Chaux-de-Fonds, welcher in Chambrelien eine Spitzkehre machen muss. In der Uhren-Stadt, welche auf 1’000 müM liegt, ist es bitterkalt und es fällt etwas Schneeregen, abwechselnd mit etwas Sonnenschein. Dafür blühen die Tulpen was das Zeug hält! Ein Gedenkstein mit Portrait erinnert an den Geburtsort eines Leopold Robert. Mein Vater war das wohl nicht, obwohl er gleich hiess. Wir steigen in die Schmalspur-Jurabahn ein und lassen uns von zwei Rotbart-Chauffeur-Bärchen nach Saignelégier gondeln. Wir kommen uns vor wie im Olymp: Jede Station wird mit einem Harfenakkord angekündigt. Himmlisch! In Saignelégier gibts 10 Minuten Halt, welchen Martin nutzt und Kaffee besorgt. Es geht weiter, am Plain de Saigne vorbei, welcher in der Serie „Wilder“ als Drehort düster inszeniert wurde, weiter nach Glovelier. Am Bahnhof steht ein Hotel, das auch ein Restaurant und einen Laden beherbergt. Es gibt Bioprodukte und Vegimenüs. Leider haben wir schon gegessen, aber die ganze Stimmung hier ist äusserst sympathisch. Überhaupt scheint der Jura ein Eldorado von Bio-Vegi-Freidenker-Sozialisten zu sein. Wir steigen auf die Normalspur und Richtung Doubs, durch den Tunnel, nach St-Ursanne, diesem malerischen Ort, den niemand vergisst, wer ihn besucht. Es reicht uns für eine kleine Stadtbesichtigung, die Stiftskirche bleibt uns wegen einer Beerdigung verwehrt, kurz über die Brücke und zurück. Toll! Es reicht noch für einen kleinen Zvieri in einem schmucken Buchladen (Bialetti-Kaffee!), dann gehts strammen Schrittes hinauf zum Bahnhof. Wieder zurück nach Glovelier und weiter, wobei es im Nichts bei der Haltestelle Combe-Tabeillon eine 180°-Kehrschleife und nochmals eine Spitzkehre gibt. In Delémont schnuppern wir kurz die Luft, steigen um und fahren nach Laufen etwas laufen. Heisst: kurz nach draussen, über die Brücke an die Birs, Foto vom Wasserfall, und weiter nach Münchenstein. Hier holt uns Markus ab und begleitet uns via Birs zu sich nach hause, wo wir Kaffee und Dessert schmausen. Es ist immer sehr unterhaltsam, diese Begegnungen mit ihm. Und so vergeht die Zeit wie im Flug. Dann nehmen wir uns die Heimreise vor. In Basel ist die Comicmesse, und dementsprechend begegnen wir vielen bunten und weniger bunten Fantasiefiguren. Der ICE steht in Form eines SBB-Ersatzzuges bereit, weil das Original irgendwo in Deutschland hängengeblieben ist, wie so oft. Uns beschert das einen grosszügigen Sitzplatz. Der Rest ist Makulatur.

La Chaux-de-Fonds, die Uhrenstadt
La Chaux-de-Fonds, die Tulpenstadt (Foto: Martin Heimgartner)
La Chaux-de-Fonds, die Geburtsstadt 😉
Moderne Pferdegespanne und Harfenklänge
Wilder-Seeli
Bio-divers-sympathisch
St-Ursanne
St-Ursanne, das Einfallstor
St-Ursanne, Stiftskirche
St-Ursanne, „HYMNE A LA JEUNESSE DU CLOS DU DOUBS“
St-Ursanne, nicht „zur Sonne“, sondern „La Demi Lune
St-Ursanne, auf der Brücke
St-Ursanne, Ursicinus und sein Bär
St-Ursanne
St-Ursanne
St-Ursanne d’or
St-Ursanne
Laufen, oder doch Pamukkale in der Türkei?
Mönchenstein
Bei Markus auf der Terrasse. Merci beaucoup!