
Freitag. Schon am Bahnhof Schöfflisdorf haben es sich ein Silber- und ein Graureiher im Geäst eines Baumes „bequem“ gemacht und erfreuen die Pendler und uns ebenso. Heute gönnen wir uns ein Reislein nach Glarus-Ennenda und fahren mit der kleinen Äugstenbahn zum Bärenboden hinauf. Das praktisch wolkenlose Herbstwetter beschert uns klare Weitsicht, ärmelloses und mit hochgekrempelten Hosenbeinen Wandern. Auch hier ist der Boden rot, wie am Rotärd oben, welches wir am 4. September 2020 besuchten. Wir überqueren das steile Bächlein, welches bei Starkregen rotes Wasser in die Linth spült. Der Weg führt durch Zauberwälder und man muss vorsichtig sein, weil das Gelände rechts steil abfällt. So kommen wir zur bereits eingewinterten Alp Achseli. 3 Männer mit Bike machen Feuer und laden uns ein, falls wir auch etwas braten wollen. Wir haben jedoch Kürbisrisotto mit gebratenen Black Forest-Tofuwürfelchen dabei, die Martin am morgen noch tifig liebevoll zubereitet hat. Ebenfalls drei Damen posieren auf dem trockenen Brunnen herum und sehen nur sich. Etwas abseits geniessen wir die Aussicht und das feine Essen.
Der Abstieg ist anstrengend: Viele trockene Blätter und darunter Rolling Stones! Aber wir schaffen es und rasten auf einem sonnigen Bänkli kurz vor Sool. Eine ältere Frau kommt langsam das Strässchen hinaufgeschlendert und meint, sie habe bis eben noch auf ihrer Terrasse „geblüttlet“. Die Alt-68.er sind eben die wahren Freigeister.
In Sool klingeln wir bei Brigitta, der ehemaligen Nachbarin von Ruth, die inzwischen ausgezogen ist und in einem Wohnwagen in Portugal bei ihrem Bruder haust. Ambitioniert, so mit 84 Jahren… Brigitta macht auf und empfängt uns herzlich. Es gibt Kaffee und schwedisches Konfekt, das ihr Sohn von dort mitgebracht hat. Die Sonne scheint noch 20 Minuten durchs Wohnzimmerfenster und geht dann hinter dem Glärnisch unter. Sie stellt uns noch kurz Fatima vor, die Nachfolgerin von Ruth, und wir machen uns auf den Weg hinab nach Schwanden. Wir begutachten die Narbe, die der Hangrutsch verursacht hat, und staunen ob der hohen Zahl von 37 Häusern, die dem Ereignis zum Opfer gefallen sind.
























Danke, wie ihr uns durch die Erzählung und die Bilder mitgenommen habt auf einen zauberhaften Ausflug 🙂
Silber- und Graureiher am Bahnhof Schöfflisdorf! Welche Sensation! Habe noch nie zwei solcher Vögel so nahe beieinander gesehen.
Das Glarnerland war voller Zauber! Zauberwald, Zauberaussicht, Zauberbrunnen, Zauberfarben, Zauberbären! Was mir nicht so gefällt sind die Rolling Stones. Aber ich vertraue auf euch, dass ihr vorsichtig seid. Wenn man diese hausgrossen Steine aus der Schwebebahn sieht, kann es einen schon erschrecken. Ich denke, dass das ganze Tal jetzt beobachtet wird.
Schön, dass ihr in Sool so herzlich empfangen worden seid.
Vielen Dank für die etwas bunteren Waldfotos… Tolle Aufnahmen generell – was mich erstaunt, sind die Drähte der Hochspannungsleitung, (Bild 10) die man aus grosser Distanz gut sieht. Es lebe die Digitalfotografie!