Montag. Erster Ferientag! Schon wieder Physio. Aber Johann, mein Therapeut, macht seine Arbeit hervorragend, und so gehe ich gerne zu ihm. Langsam macht meine Schulter Fortschritte…
Martin hatte die Idee, anschliessend von Rapperswil über den Holzsteg und den Damm nach Altendorf in die herzige See-Badi zu laufen. Gesagt, getan. In der Mitte des Holzsteges essen wir auf einem integrierten Bänkli Zmittag: Eigene Erbsen an einer Mascarpone-Sauce, mit gebratenem Tofu an Hanf-Teigwaren. Und etwas geriebener Käse. Und ein reichhaltiger Salat. Der Steg schwankt. Immer. Egal wer vorbei läuft oder joggt, er schwankt. Mir ist das zwar etwas unangenehm, aber was solls. Wieder auf festem Boden, muss Martin ein paar Datteln essen und sich kurz hinsetzen. Es ist nicht der Kreislauf, der ihm zu schaffen macht. Er ist einfach etwas seekrank, mein empfindsamer, grosser Mann. Bald hat er sich wieder erholt, und es geht weiter durchs „Armenviertel“ entlang dem mäandernden Seitenast des Kanals, der den oberen und den unteren Zürichsee verbindet. Eine Villa an der anderen, jede von einem anderen Architekten designt. Kein Ortsbild, nur Wettbewerb. Und Industrie. Eine etwas seltsame Kombination, getrennt durch viele Meter hohe, dicht bewachsene Mauern. Sie sehen aus wie die hängenden Gärten von Babylon. Nach einem schmalen, eingehagten Weg zwischen Eisenbahn und See kommen wir an der schäumenden Mündung der Kläranlage Altendorf vorbei. Kurz dahinter ist unsere lauschige Badi. Ich hatte nicht mehr auf dem Radar, dass das so nahe beinander ist. Egal, der innen warme und flüssige Schokokuchen mit Vanilleglacé schmeckt hervorragend. Noch ist es bedeckt, die Sonne drückt nur ab und zu im Infrarotbereich durch, und uns ist es zu kalt zum Baden. So marschieren wir weiter nach Lachen in unsere nächste Badi.
Es sieht aus wie an der Côte d’Azur, nach und nach kommt die Sonne dann doch noch hervor und lockt uns zu einem Schwumm ums Floss herum, welches von den Möven besetzt ist, die sich einen Spass daraus machen, von hier zur Pfahlmauer, welche die Badi schützt, hin und her zu dislozieren. Das gibt ein paar tolle Fotos von den schönen Vögeln. Die Stimmung ist wirklich wie Ferien, und so wagen wir es, hier zu dinieren: Vegiburger, grosser Salat, und noch ein Schälchen Pommes (ja, die vorher habe ich verschwiegen…). Es ist überraschend gut.

Schlussbild zuerst: Badi Lachen, als wären wir an der Côte d’Azur
Zmittag, natürlich im Tupperware
Zoom von Rapperswil nach Altendorf zur Badi
Der Holzsteg mit integriertem Bänkli
Unkoordinierte Ruderer, koordinierte Ruderinnen
Blick zurück nach Rapperswil
Insel Ufenau, vom Damm aus gesehen
Der Kanal für die Schiffahrt
Kurz vor Pfäffikon
Ligurien? Nein, Badi Altendorf am Obersee
Ferienstimmung in der Lachener Badi
Möven auf dem Floss
Möven auf der Pfahlmauer, im Hintergrund Altendorf
Knee-Up-Paddler-Romanze
Lachen Strandpromenade (Foto: Martin Heimgartner)
Lachen Strandpromenade (Foto: Martin Heimgartner)
Wasserspiele in Lachen
Wasserspiele in Lachen
Als wär das Becken leer