Samstag. Die erste Erbsenernte steht bevor. Wir erinnern uns: Am 23. April säten wir sie aus, 10 Wochen später sind sie bereits reif! Wir sind ziemlich baff. Und schmecken tun sie auch total lecker, sogar roh, als Snack. Nach dem Entfernen der Schalen bleiben netto 456 Gramm. 3/4 frieren wir ein, und Martin zaubert zum Znacht schmackhafte Müscheli (Teigwaren) mit buttergedünsteten Erbsen und etwas zerzupften Orangen-Verveine-Blättern, dazu geriebenem Gruyère.

Der erste Erbsensnack ist bereit zum Naschen
Die Erbsenernte
Wir erinnern uns: Die Saat
Wir erinnern uns: Die Keimung

Freitag davor. Es ist Badiwetter. Es gibt ein gemütliches Zmittag im Bachsermärt mit den Eltern Heimgartner. Leider hat die Wähenfrau ausgerechnet heute frei, und die Aushilfe macht das zwar gut, aber nicht wirklich vergleichbar. Trotzdem geniessen wir es auf der Terrasse, mit Blick auf Bachs. Danach fahren wir mit dem Zug und Bus nach Grüningen bei Wetzikon und marschieren durch die schöne Landschaft und das Ried Richtung Bubikon. Immer mal wieder knicke ich mit den neuen Ecco-Sandalen nach aussen, was mich sehr irritiert. Beim 4. Mal hauts mich voll auf die Nase, d.h. auf das linke Knie und den linken Ellenbogen, welche auf dem Kies prompt aufgeschürft werden. Ich spüre sofort, wie der körpereigene Morphinschub einfährt, und so kann ich schmerzfrei noch bis in die Badi am Egelsee laufen. Wir geniessen, dass diese sich immer mehr und mehr leert. Um 18 h ist ja das uefa-Fussballspiel Schweiz gegen Spanien angesagt, was uns nicht die Bohne interessiert.
Nach dem Schwumm im Naturweiher merke ich, dass sich ein Schmerz im rechten Fuss ausbreitet. Dieser hat wohl beim Sturz versucht, die Kräfte aufzufangen, wobei sich die oberen Bänder auf dem Fussrücken überdehnten. Bei jedem Gang zum Kiosk, es gab ja noch Kaffee und später was zu Essen, tat es mehr weh, und als wir gehen wollten, schaffte ich es gerade noch bis zum Ausgang und dann war fertig. Ich sah nur noch Sternchen. Der Badmeister schaute in seinem Kabäuschen mit seinen Kumpels den Match, und auf meine Frage, ob er denn ein lokales Taxi wüsste, meint er, da müsste er erst googeln. Das kann ich gerade noch selbst. Der erste Taxifahrer meint, er sei gerade am Fussball schauen, ob ich nicht einen anderen fragen könne. Fussball ist eben wichtiger als mein Fuss, sage ich spöttisch und rufe den nächsten an. Dieser ist bereits nach 2 Minuten vor Ort, und so schaffen wir es spielend auf den Zug.
Im HB gehe ich noch in die Apotheke Schmerzmittel, -Salbe und Pflasterspray kaufen. Martin trägt währenddessen liebenswerterweise meinen Rucksack. Während ich auf einer Bank im Sub-Bahnhof die Pille einnehme und den Fuss eincreme, macht Martin einer dunkelhäutigen Frau Platz zum Sitzen. Sofort sucht sie das Gespräch und meint auf Englisch, das sei aber nett und Martin habe so einen schönen, dunklen Teint (!). Wir wären baden gegangen, erwidert er. Dann will sie ihm einen Zeugen Jehova-Flyer in die Hand drücken, was er angewidert ablehnt und in eine halbe Schockstarre verfällt. Ich schaue ihr in die Augen und sage: Wir sind übrigens verheiratet. Das bringt nun sie aus dem Konzept und meint, ah, ihr seid beide verheiratet, äh, also ach so, ihr seid miteinander verheiratet, so wie Mann und Frau? Jaja, sage ich, und lächle sie trotzig an, denn eigentlich ist es mir immer noch zum Schreien vor Schmerzen zumute. God bless you, meint sie, als der Zug endlich einfährt. Ich setze all meine gespielte Freundlichkeit ein und flöte ihr zu: Thank youuuuu!
Ecco habe ich natürlich ein Feedback für ihre fehldesignten Sandalen geschickt. Mal schauen, was passiert.
Zur Beruhigung: Nach einer Nacht, gebettet auf 3 Decken und 6 Kissen, ist der Fuss zwar geschwollen, tut aber fast nicht mehr weh, und am Sonntag absolviere ich schon wieder ein Body Attack.

Der Grund, warum die Stabilität mangelhaft ist.
Geschwollener rechter Fuss am nächsten Tag