Ausmessen der Römerstrasse: 1000 mm!

Freitag. Die neue Waldenburgbahn ist fertig und fährt! Neu mit 1000 mm Spurweite und nicht mehr 750 mm. Faktisch also ein Tram, und so sieht sie auch aus und bringt uns in kurzer Zeit nach Waldenburg. Durch das waldige Tälchen wandern wir schön am Schatten hinauf zum Oberen Hauenstein, wo es noch einen kleinen Abschnitt einer alten Römerstrasse zum Bewundern gibt. Erstaunlicherweise haben diese Kerben für die Wagen ebenfalls eine Spurweite von 1000 mm! Auf einem kleinen Hügel daneben essen wir Zmittag und beobachten einen Buntspecht, der sich ebenfalls was Leckeres aus einem Baum herauspickt. Wir schicken ein Bild an Yves vom Pintli in Balsthal und fragen, ob er am Abend etwas Feines für uns kocht. Prompt meldet er sich und meint, er freue sich auf uns!
In Langenbruck, nach dem Pass, suchen wir ein Restaurant und haben die Wahl: Ein Waffennarr, der die Terrasse so hergerichtet hat, dass wir flüchten; ein unbemenschter Dorfladen für den Notfall; der geschlossene Ochsen; der ebenfalls geschlossene Bären. Wir entscheiden uns fürs Coffee & Sweet’s, wo wir tatsächlich einen Kaffee und ein Guezli von der netten jungen Frau bekommen. Davor besichtigen wir noch die grosse Kneipp-Anlage, welche wir zufällig entdecken und in einem lauschigen Garten mit Barfussweg, Armbad, Fussbad, Wasserschläuchen und einem Kräutergarten angelegt ist. Sehenswert!
Via Hotel Erica, welches über dem Dorf thront und wohl mit Chic zu punkten versucht, gehen wir in einem Bogen weiter, so dass wir auf das Dorf hinab sehen und erfreut feststellen, wieviele PV-Anlagen hier installiert sind. Wir passieren die Baselbieter-Wanne und umgehen Holderbank oberhalb des Dorfes auf dem Gedichtweg von Ueli Hafner, welchem auch ein kleines Denkmal mit einem rostfreien, vandalensicheren Stahl-Gedichtband gedenkt wird. Wir steigen auf einem herzigen Waldweglein hinauf zum Talflüeli, einem Aussichtspunkt mit Blick ins Tal und zur Burgruine Alt-Bechburg, an welcher wir vor drei Jahren vorbeikamen. Wir kommen zur Rinderweid, einer eher wilden, wenn nicht verwilderten Bergbeiz. Es gibt hier Wachteln und Kanarienvögel in viel zu kleinen Käfigen und frei herumlaufende Hühner. Wir sind die einzigen Gäste und bekommen Kaffee. Über den Warmboden und einen japanischen anmutenden Torbogenweg gelangen wir von hinten auf die Burgruine Neu Falkenstein und sind nach weiteren 10 Minuten im Pintli, wo uns Yves herzlich empfängt und uns mit einem Gartensalat, Gemüserösti mit frischen Steinpilzen und Spiegelei und einem kleinen, garnierten Dessert verwöhnt. Er hat inzwischen das Pintli übernommen und wir können es nur gerne immer wieder weiter empfehlen!
Der Spaziergang mit den letzten Sonnenstrahlen nach Balsthal dient der Verdauung. Der überfüllte ICN in Oensingen bringt uns wieder zurück in die Realität…

Die neue Waldenburgbahn
Wer hat den grösseren?
Die Römerstrasse (rechts) (Foto: Martin Heimgartner)
Die Römerstrasse (Foto: Martin Heimgartner)
Zmittag
Oberer Hauenstein (Foto: Martin Heimgartner)
Was für ein Acantus-Prachtsexemplar! (Foto: Martin Heimgartner)
Langenbruck (Foto: Martin Heimgartner)
Langenbruck (Foto: Martin Heimgartner)
Holderbank (Foto: Martin Heimgartner)
Weg zum Talflüeli
Weg zum Talflüeli
Talflüeli
Talflüeli mit Aussicht
Rinderweid
Ominöser, japanisch anmutender Torbogenweg
Burgruine Neu Falkenstein
Die Tour