
Sonntag. In Lauenen Rohrbrücke steigen wir aus dem Postauto und gehen schnurstracks ins uns bereits bekannte Restaurant Alpenland, wo wir uns für die 775 m Aufstieg stärken. Auch heute wieder haben wir die Wegführung möglichst im Wald ausgesucht. Trotzdem: Die Sonne brennt! Die schönen Stufen aus Holz und Stein sind vielerorts völlig abgeschabt oder gar zerstört. Der Weg immer mal wieder zerfurcht und matschig. Mountainbiking gehört eben inzwischen dazu, und man muss als Wanderer „tolerant“ sein. Auf dem Grat kommt vom Louwenesee her ein junger, süddeutscher Bursche, welchen wir noch ein paar Mal antreffen. Er sei um 4 h von Gsteig los und via Sanetschsee auf das Spitzhore (2806 müM). Danach über den Chüetungel zum Louwenesee hinab und eben wieder hierher hoch, wo wir uns getroffen haben. Auch er geht wieder nach Gsteig zurück, aber auf anderem Weg. Wir machen den kleinen, zweiminütigen Abstecher auf die Walliser Wispile, wo uns eine Armada von Fliegen empfängt. Da wurde doch tatsächlich Mist ausgetragen! Auf einem umgekippten Brunnen essen wir etwas abseits der Fliegen unseren Reis und passen höllisch auf, nicht auf eines der spitzen Schraubenenden zu sitzen, die überall hervorragen. Dann stechen wir hinunter zu den Burgfällen, welche alle unsere Erwartungen übertreffen! Eine Kaskade über der anderen stürzt sich das Nass über imposante Felsvorsprünge. Viele schmale Brücken queren die Schlucht, so dass man bestens Einsicht ins Geschehen bekommt. Toll!
In Gsteig machen wir es uns im Bären gemütlich und leuen (Berndeutsch: Ausruhen). Coupe Arpelihore und Aprikosenkuchen!

























Super dieser Film von der Brücke aus!!! Und dieses Rauschen!
Wunderschön diese Wasserfälle. Und so viele! Wie gerne hätte ich mich von einem duschen lassen, da wir heute 31° am Schatten hatten.
Zuerst habe ich gedacht, dass da mit der „Walliser Wispile“ ein Fehler passiert ist. Ich wusste nicht, dass es zwei Wispile gibt. Eigentlich drei. Auf dem Kärtchen lese ich noch: Vordere Wispile. Wenn ich aber euren Weg auf dem Kärtchen verfolge, staune ich wie jedes Mal, wie weit und kurvenreich ihr gelaufen seid. Eine beneidenswerte Kondition.
Beim Betrachten dieser eindrücklichen Bilder sind mir die wunderschönen Wolkenbilder aufgefallen. Sie verleihen den Bergen einen gewissen Pfiff. Wie gerne hätte ich heute eine solche Wolke bei uns gehabt.
Herzsee! Ist das ein Name von euch?