
Dienstag. Es war ein lange gehegter Wunsch von Martin, zu den Murgseen zu wandern. Gesagt, getan. Das Alpentaxi bringt uns von Murg zum Parkplatz Mornen. Von hier sind es knapp zwei Stunden bis zur Murgseehütte. Schon bald durchqueren wir einen magischen Arvenwald in einem lichten Ried am Bergbach. Hier beissen wir in die selbst gefertigten Sandwiches und sind schon jetzt selig. Den ersten, untere Murgsee sieht man vom schattigen Wanderweg aus rechts unten und bietet zahlreiche Sujets. Der grosse Murgbachfall, der ihn speist, ist etwas weit weg. Schon bald kommen wir auf ebeneres Gelände und an den mittleren Murgsee. Hier lassen wir uns nieder, essen Zmittag und Martin gönnt sich ein Bad. Die Sonne brennt. Keine fünf Minuten weiter, hinter drei kleinen Staumäuerchen, die nur etwa 1 – 3 Meter hoch sind, liegt der grösste, der obere Murgsee. Auch er bietet sehenswerte Perspektiven. Auf der Terrasse der Murgseehütte lassen wir uns nieder, essen Kuchen, eierloses Tiramisu und trinken Kaffee. Der Hüttenwart ist aufgeweckt und scherzt mit uns um die Wette. Wir freuen uns ob der Tatsache, dass bei Übernachtungen standardmässig ein vegetarisches Nachtessen dabei ist und man zwar Fleisch bekommt, aber separat bestellen muss. Eine angenehme Umkehrung der Standardumstände!
Dann nehmen wir die letzten 200 Höhenmeter unter die Füsse über die Widersteinerfurgglen. Die 3000er des Sardonastocks erscheinen am Horizont, während eine fitte Frau mit leichtem Gepäck heraufgeschossen kommt. Wir tauschen uns kurz aus und kommen zum Schluss, dass wir uns schon vor drei Jahren auf dem Gufelstock getroffen haben. Sie kommt von der Skihütte, welche sie bewartet, und möchte nur kurz in einem der Murgseen baden gehen. So macht man das hier in den Bergen!
Was uns wieder einmal auffällt: Die ganzen Wiesen sind voll und übervoll mit Kuhdung. Die Gegend ist komplett übernutzt, die Nitratwerte des Wassers gehen wohl durch die Decke. Man kann kaum den Rucksack abstellen, ohne dass er braun wird. Und die Kühe selbst üben sich als Wegelagerer. Natürlich umgehen wir sie, und die, an welchen wir vorbeikommen, sind derart scheu, dass sie vor uns davontrotten. Die 1200 Höhenmeter schaffen wir ohne Probleme. Wir wissen von Lisa, unserer virtuellen Groupfitness-Trainerin von LesMills, dass man die Knie IMMER nach aussen halten sollte. Gerade beim Bergabgehen eine goldene Regel, die uns viel Ärger und Schmerz erspart. Wir sind immer wieder erstaunt, dass das in der breiten Bevölkerung nicht bekannt ist. Eine riesige Kreuzspinne hängt mitten in ihrem gigantischen Netz, das sie zwischen die Felsen gewoben hat. Der Raddurchmesser ist fast einen Meter, die Seile mehrere Meter lang! Aber sie mag keinen Besuch und schleppt sich in ihr Graspölsterchen zurück, welches sie in einer Felsnische gefunden hat. Deswegen gibts auf dem Bild nur das Netz zu sehen.
In Engi, unten im Tal, grüssen wir die Wirtin von Weitem und gehen an ihr vorbei. Der Aussenbereich ist voll und der Doppio viel zu teuer. Abgesehen davon hat sie nicht einmal Glarner Pastetli. Das Volk glotzt, wie immer. Am still gelegten Bahnhof, der nun Busstation ist, steigen wir ins brechend volle Posti nach Schwanden und sehen von Weitem den verheerenden Murgang, der vor ein paar Wochen etliche Häuser zerstört hat. Im Adler möchten wir essen, doch die Küche öffnet erst um 18:30. Es ist jetzt 17:30. Wir nehmen einen Kaffee, fahren mit der S25 nach Zürich und erwischen den Anschluss nach Hause, wo wir uns eben selbst kochen.

























Auch ich habe den Knietipp zum ersten Mal von euch gehört.!
Ich war ja vor 60 Jahren mit Regula an den Murgseeen, aber ich habe kein Bild mehr in meinem Kopf und freue mich aus diesem Grunde sehr über die herrlichen Bilder. Martin kann sicher in jedem Bergsee baden und sei er noch so kalt!
Wie hat die Spinne über diese Distanz den ersten Faden verlegt ? -– hat der Wind etwa geholfen?
Hat unser «Gufelty» seligen Angedenkens, sich vielleicht auf dem Gufelstock gemütlich gemacht und wartet auf den nächsten Rave, der diesen Namen verdient?
Danke für den Knie Tipp 👍