Freitag. Martin hat wieder einmal eine schöne Idee, welche wir kurzerhand umsetzen. Punkt 8:30 stellt die Stromversorgung ab, da Installationsarbeiten an der Siedlung für die Energiewende gemacht werden. Der Kaffee und Tee ist gemacht, zum Glück!
Grosse Aufregung am Bahnhof: Der Zug fährt nur bis Oberglatt! Fahrleitungsstörung. Wir nehmen die Alternativroute über Bülach nach Winterthur (Sandwich & Kaffee-Kauf) und weiter nach Ossingen. Alles gut.
Die Wildbienenvilla sticht uns als Erstes ins Auge. Sie hat alle Durchmesser im Angebot und ein richtiges Ziegeldach. Nur Solarzellen fehlen. Nach der Unterführung umlaufen wir einen Gift verspritzenden Winzer und achten auf die Windrichtung. Ich bin eh auf 180, genauer 180 mg Fexofenadin, dem Antiallergikum gegen Heuschnupfen und ertrage nichts…
Danach wird es nur noch mystisch magisch. Als erstes baden wir im Barchetsee, ein Weiher mit frei schwimmenden Schilfinseln. Wir spielen Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer und stossen zwei von ihnen auf dem Wasser herum; Neu-Lummerland! Die zwei Frauen mit ihren zwei kleinen Mädchen auf dem breiten Holzsteg schauen uns fasziniert zu und machen Fotos.
Wilen bei Neunforn ist auch speziell, da die Kantonsgrenze mitten im Dorf verläuft, mit allen möglichen Unmöglichkeiten, was das mit sich bringt. Im Biohofladen beim neuen Dorfbrunnen kaufen wir frische Erdbeeren und Bioglace im Chübeli, Him- & Heidelbeeren, hmmmmm! Neben dem Dörfchen liegt ein weiteres Juwel als Weiher (Wilemer See), an dessen Ufer Pfefferminze im Wasser wächst. Nach dem Bad gehts über Uerschhausen zum Nussbommersee hinab, wo wir vor zwei Jahren schon drin badeten. Am Badeplatz grasen 27 Gänse und lassen ihre Häufchen gehäuft überall rumliegen. Deswegen essen wir nur den Spargelrisotto und baden am anderen Ufer. In Nussbaumen gönnen wir uns endlich Kaffee und Gebäck, schauen in der Rosengärtnerei vorbei und machen uns direttimento auf nach Stammheim. Unterwegs ein kurzer Schwatz mit einer jungen Frau, die die Bepflanzung ihres schönen Hauses in Schwung hält, und weiter zum St. Annahof, einem Biogehöft, welches Dinkelmehl verkauft. Das verschlafene blonde Bübchen, welches wir mit der lauten Kuhglocke an der Türe offenbar geweckt haben, ist etwas überfordert mit unserem Wunsch. Wir telefonieren auf die Nummer, die auf einer Tafel steht, und Res Moser nimmt ab. Er ist noch auf dem Traktor im Feld am Heuen und meint, er sei in 5 Minuten bei uns. Wir bestaunen die riesige PV-Anlage mit 165 Panels, und schon braust er heran. Der knackige, sympathische Jungbauer mit blondem Bart holt uns je einen 3 & 5 kg Dinkelmehlsack. Martin nimmt den Grösseren für 25.–!
Mit Schwung gehen wir im Laufschritt hinab und durchqueren Stammheim, so dass es uns auf den 18:13 Zug nach hause reicht. Wanderzeit: 4 h 50 min.


















Schwimmende Insel – noch nie gehört. Die PV Anlage ist wirklich grossartig. Es hätte noch viele geeignete Dächer.
Danke für den Bericht nur das Filmli funktioniert bei mir nicht – «Video nicht verfügbar».
Dass die schwimmenden Inseln noch gestossen werden können, ist bewundernswert.
Warum hat es bei Wilen einen Stiefel unter der Ortstafel?
Wie schön an so einem grauen Tag einen farbigen Blog zu lesen. Tut gut. Erstaunlich, dass in dieser schönen Wandergegend nicht mehr Leute unterwegs sind, und nicht mehr Leute am Baden sind. Gut für euch. Wenn ihr wieder an einem Feld mit dem wunderschönen Mohn vorbeikommt, schaut doch ob es schon Samen für meine Blumenwiese hätte. Das Plänchen schätze ich sehr!
Habe auch etwas gelernt: Auch in der Schweiz gibt es schwimmende Inseln, nicht nur in Südamerika.