
Mittwoch. Was tun wenn der Schnee schon wieder weg ist? Eine Winter-Wanderung in Grün! Fahrt durchs Sernftal und mit der Seilbahn hinauf nach Weissenberge. Die Sonne geht um 11:30 auf, pünktlich zum Zmittag. Danach gewinnen wir noch etwas Höhe und wandern auf dem Höhenweg Richtung Westen. Immer schön an der Sonne. Aber es ist wieder Mondklima! An der Sonne +100°C, am Schatten -100°C! Also gefühlt, nicht gemessen… Schöne Aussicht nach Elm im Süden und zum Glärnisch im Westen. Dann geht es extrem steil hinab nach Engi, das seit 11:55 h wieder im Schatten liegt. Es hat keinen Schnee hier, aber ab und zu ist der Boden gefroren. Doch das ist eher wie Crushed Ice und hält meistens gut. Nur auf den blanken Holzplanken ist es schlüpfrig.
In Engi gibt es ein Beizli, das ist so klein, dass man kaum zwischen den Tischen durchkommt. Seit 14 h ist es offen, aber wohl eher für die Stammkunden. Denn Gäste hat es hier keine, nur Stammkunden. Wir schlürfen einen hoffnungslos überteuerten doppelten Espresso. Glarner Törtli hat die gute Frau keine, überhaupt „nichts Glarnerisches“, wie sie mit einem fast schon etwas ablehnend wirkenden Unterton ihrem eigenen Kanton gegenüber mitteilt. Die Convenience-Produkte grosser Imperial-Lebensmittelkonzerne lehnen wir dankend ab.
Auf einem verschlungenen Weglein gehts weiter Richtung Sool, der Sonne entgegen, die gefühlt immer 200 Meter von uns weg ist, und die wir niemals einholen können. Martin meint zwar dann, sie doch zu sehen, doch ein Blick auf die PeakFinder-App verrät uns, dass das nur noch Reflexionen an einer Zirruswolke sein können. An einer Stelle liegen halbe Bäume auf der Strasse, davor und dahinter abgebrochene Steinblöcke. Man sieht an den Stellen, wo sie auf die Waldstrasse prallten und weiter spickten, grosse Löcher klaffen. Die kamen wohl von weiter oben und hatten bestimmt schon eine hohe Geschwindigkeit, denn der Wald oberhalb ist sehr dicht und trotzdem schossen die Brocken mühelos da durch, brachen Äste ab und, eben, halbe Bäume.
Eine Viertelstunde früher als die App uns vorrechnete, treffen wir bei Ruth in Sool ein. Sie hüpft vor Freude von einem aufs andere Bein und knuddelt uns ab. Sogleich macht sie uns ihre legendären Tomatenspaghetti mit selbst gemachter Sosse, und da wir kein Zvieri in Engi bekamen, machen wir uns über die Leckerei her. Ruth hat ein neues Büsi, Pablo, der erst die ganze Zeit in der Stube auf dem Sofa schläft und erst langsam zu sich kommt, sich unzählige Male streckt und gähnt, bevor er dann etwas lebhafter wird und an unseren Schuhen, Rucksäcken und Jacken schnüffelt. Es ist das erste Mal, dass er Besuch bekommt und muss sich noch etwas daran gewöhnen.
Um halb sieben kommt Monika, direkt von St. Gallen mit dem Zug und Bus. Es ist ein freudiges Wiedersehen, immer wieder. Auch sie bekommt Pasta und alle sind glücklich. Noch glücklicher sind wir, als vier Iglus auf dem Tisch stehen, die mit Strohrum übergossen und abgefackelt werden. Hmmmmmm!
















Die Strecke mit dem Steinschlag zwischen Engi und Sool ist mittlerweile »bis auf Weiteres« gesperrt…
Vielen Dank für den Blog und für die Neujahrswünsche…
Ob wohl mein Gufelty auf dem Gufelstock wohnt…?