Zwei Steinböcke, einer aus einem Steinblock (Foto: Martin Heimgartner)

Samstag, 14.01.2023
Wieder einmal ein Geburtstag, den ich mit Freunden feiern kann. Lange ists her. Martin plant im Vorfeld eine Wanderung im Glarnerland, an der alle Beteiligten gemäss ihren Bedürfnissen teilnehmen können.
Schon der frühe Morgen zeugt von besserem Wetter als angesagt. Im Bürofenster strahlen uns die leuchtenden Farben entgegen. Urs treffen wir im HB und fahren nach Luchsingen-Hätzingen. Nach einem Nasch-Einkauf im dortigen Volg gehen wir im Talboden, neben der Linth, dem renaturierten Bächlein, Suonen ähnlichen Wasserläufen und den Geleisen, zurück nach Schwanden. Es ist eisig, die Bergspitzen weiss. Der Tödi verschwindet, und der Glärnisch kommt zum Vorschein. Dazwischen eine Runse, oberhalb derer wir einst beim Guppenseeli gestanden und in die Tiefe geschaut haben. Ein Steingarten mit diversen Blöcken aus unterschiedlichen Zeiten und Orten in der Gegend, jeder angeschrieben nur mit einem QR-Code. Moderne Zeiten für alte, weisse Cis-Männer…
In der Bäckerei Cornetto kaufe ich den laut Urs „besten Schoggikuchen“, und wir essen im Adler, dem Mutterhaus des gleichnamigen Biers, zu Mittag. Sehr freundliche Bedienung, sehr gepflegtes Ambiente, sehr feines Essen!
Verena kommt mit dem Zug an und entschlüpft uns, indem sie auf der anderen Seite der Unterführung rausgeht als wir sie erwarten. Martin findet sie dank seinen Laufkünsten und holt sie zurück. Freudige Begrüssung und Aufstieg nach Sool, der Sonnenterrasse. Ruth ist so nett und empfängt uns in ihrer Wohnung. Gemütliches Kaffee- und Kuchengelage. Die ältere Katze Kairos pennt in ihrem Körbchen neben dem Sofa und erwacht erst, als wir gehen. Pablo, der neue Kater, verzieht sich unters Bett.
In einem grossen Bogen gehen wir nach Ennenda hinab, als uns eine riesige Holzbeige den Weg versperrt. Keine Absperrung, keine Meldung auf keiner App. Wir folgen den Wegspuren, die sich im Wald oberhalb finden und schaffen es hinter das aufgetürmte Holz, wo der Weg, wie auf der Karte eingezeichnet, weiter geht. Im Dorf unten sitzt eine graue Tigerkatze auf einer Mauer auf Augenhöhe und mimt eine Eule nach. Sie ist schmusig drauf und ist darob derart entspannt, dass sie herzhaft gähnt, was ihr Gesicht zu einem gefährlichen Drachenkopf mutieren lässt, um Sekundenbruchteile später wieder als harmloses Kätzchen mit grossen, runden Augen auf die nächste Streicheljagd zu gehen! Sie erinnert mich etwas an Nepomuk, dem Halbdrachen im Land der tausend Vulkane in der Dialektfassung der Geschichte von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer:

Phuuu, ich wett en böse Drache sii
Phuuu äs grässlich gförlichs Tier
Hach, mi Mueter isch es Nilpferd xii
hach, kän Mäsch hät Angscht vor mir

Franziska wartet in der Wohnung ihrer Mutter in Ennenda auf uns. Der grosse Gugelhopf, den wir durchs Fenster sehen, ist aber für die Jassrunde am Sonntag gedacht. Es gibt eine Begrüssungsrunde und einen Tee, und schon gehts durch die Nacht zu unserem Lieblingsrestaurant Schützenhaus in Glarus. Markus und die neue Lehrtochter empfangen uns herzlich, und wir geniessen die exquisite Kulinarik und das Ambiente.
Erschöpft, aber zufrieden lassen wir uns dann in der 1. Klasse nach Hause gondeln.

Kurz nach dem Aufstehen: Blick aus dem Bürofenster
Tolle Stimmung auf der Fahrt
Im Talboden: Eisig schöner Blick Richtung Tödi (Foto: Martin Heimgartner)
Die Runse beim Guppenseeli (Foto: Martin Heimgartner)
Blick Richtung Norden: Rotärd (Foto: Martin Heimgartner)
Der Steingarten mit QR-Codes (Foto: Martin Heimgartner)
Eis-Dendriten (Foto: Martin Heimgartner)
Bei Ruth: Kaffee & Kuchen
Nach Sool: Glärnisch von hinten
Wegsperre trotz Wanderwegzeichen!
Phuuu, ich wett en böse Drache sii; Phuuu äs grässlich gförlichs Tier
Hach, mi Mueter isch e Üle xii; hach, kän Mäsch hät Angscht vor mir!
Im Schützenhaus Glarus