
Freitag. Nach einer verregneten Nacht brechen wir am morgen auf: Ferien! Das Chalet der Schwiegereltern lockt uns. In Château d’Œx noch einkaufen und in der Bäckerei Zvieri nehmen, so kennen und lieben wir es. Nachdem wir mit dem Bus, der prompt von unserem Lieblingschauffeur gefahren wird und mit dem wir immer gerne ein Schwätzchen halten, in La Lécherette angekommen sind, packen wir alles aus, fahren Wasser und Strom hoch und machen uns sogleich zu Fuss wieder auf, beziehungsweise runter nach Les Moulins (ohne Rouge!).
Der Weg westlich der Schlucht entpuppt sich als Walderdbeer-Paradies. Tausende und Abertausende roter, runder Leckerbissen säumen den Wegesrand und wir können und wollen natürlich nicht widerstehen und schlemmen, was das Zeug hält. Ich erlaube mir, ein paar Abzweiger abzuzweigen, welche in unserem Waldgarten eingepflanzt werden. Deswegen sind wir dann auch erst nach zwei Stunden unten, anstatt eineinhalb. Es hat sich gelohnt, und wir taufen den Pfad „Erdbeerweg“.
In der Biomolkerei besorgen wir uns Käse und gönnen uns lokales Glacé, welches wir auf dem besonnten Bänkchen davor geniessen. Da nun exakt zwei Stunden vergangen sind, fährt der gleiche Chauffeur an uns vorbei und grüsst uns durchs offene Fenster. Wir winken zurück. Man fühlt sich schon ein bisschen zu hause.
Im gleichen Dorf befindet sich auch der inzwischen rundherum bekannte Biohof Potag’Œx. Sie haben nun am Freitag von 17 – 19 h und Samstag 9 – 12 h Gemüse- und Früchtemarkt. Das passt wie berechnet (natürlich haben wir das!) und wir kaufen weiter ein: Tomaten, Kirschen, Erbsen, Karotten, Gurken. Yaëlle, die Bäuerin, und ihr erstes Kind sind auch da, neben zahlreichen Kunden, und wir erzählen, wie es der Pfefferminze geht, die sie uns vor einem Jahr extra ausgegraben hat. Sie wiederum erzählt, dass der Film über ihren Hof nun endlich ausgestrahlt und abrufbar sei (leider schafften wir es nicht hinein, obwohl sie uns damals filmten), und zu guter Letzt bittet ihr Vater uns, ob wir Modell stehen könnten für ein Bild auf ihrer Webseite. Man fühlt sich hier schon fast einheimisch!





Samstag. Arbeitstag! Ich mache mich endlich daran, die Gummidichtung der Waschmaschine zu reparieren. Mal schauen, ob das YouToube-Video hält, was es verspricht, welches ich exakt zu diesem Thema gefunden habe. Eigentlich ist alles da: Nagellackentferner, Vaseline, Handschuhe, Messer und Haushaltpapier. Nur eine Silikonkartusche musste ich besorgen. Noch ist die geschmeidige Masse am Trocknen und ich kann erst nächste Woche berichten.



Als Nächstes wird geholzt. Das Bûcher ist praktisch leer, und so wird gesägt, gehackt, gebüschelt und versorgt, bis das Bûcher wieder voll ist. Viele Borken lösen sich fast von selbst, weil sich die Borkenkäfer hier vollgefressen und eine Feinstaubschickt hinterlassen haben. Immerhin, es sieht atemberaubend (im wahrsten Sinne!) aus! Dann wird aufgeräumt und dürre Äste geschnitten, bis wir genug haben.
Am Nachmittag fahren wir hinunter zur Badi und gönnen uns einen Coup Dänemark im Gartenrestaurant. Eine Live-Musik spielt fürchterlich laut und falsch, und so flüchten wir nach dem Naschen in eine ruhigere Ecke. Es windet hier immer, und so lesen wir erst mal in unseren Sunil Mann-Romanen, bevor wir dann kurz ins Wasser tauchen und dreimal die Wasserrutsche runterzischen. Kurz bevor wir auf den letzten Bus gehen, der um 18 h fährt, tauchen Yaëlle und Bastien mit Baby auf und setzen sich neben uns. Das Kind strahlt uns ein ums andere Mal an, mit grossen Augen und breitem Mäulchen. Leider müssen wir nun aufbrechen, aber wir kommen ja wieder! Au revoir!





Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele Walderdbeeren auf Mal gesehen: Tausende! Teilweise wuchsen sie neben dem Weg auf einem Felsbändchen gleich in Mundhöhe – Schlaraffenland!
Kaum am Ferienort angekommen und so fleissig! Uns freut es natürlich. Habt herzlichen Dank für das Holz im Bûcher. Wir sind sehr froh wieder Holzvorrat zu haben. Und dass die Waschmaschine wieder in Ordnung ist, freut ebenfalls. Besten Dank!
Schönen, dass ihr den Erdbeerenweg entdeckt habt. Als wir letztes Mal im Chalet waren, habe ich Leute hinter der Holzbeige am Weg verschwinden gesehen und habe mich gefragt, was sie wohl suchen. Für Pilze war es noch zu früh und zu trocken. Ob sie nach Erdbeeren gesucht haben? Ich habe schon mit einem Ehepaar gesprochen, das jedes Jahr vom Genferssee in den Wald hinter uns kommt, um Pilze zu suchen. Jeder hat so seinen Geheimplatz.
Die Bilder vom Chalet haben Vorfreude geweckt auf die Tage, die wir bald dort verbringen werden.
Ich war im Garten auf dem „Heimgartnerischen Himbeerenweg“ und habe ein ganzes Körbchen voll gepflückt. Wir werden sie uns heute noch zu Gemüte führen. Wir wünschen noch schöne Tage!