Das fertige Goldbär-Kino bei Tag

Ganzer März. Während das Virus in seiner x-ten und grössten Welle über uns fegt und in Osteuropa ein wüster Krieg tobt, bauen wir, nicht zuletzt auch der psychischen Gesundheit zuliebe, unser neues, gemeinsames Heim weiter aus. Der nächste grosse Schritt ist der Umzug meines Heimkinos, welches wir zuerst in Zürich abbauen und mit Schwiegervater Pauls Hilfe in seinem grossen Volvo hierher verfrachten. Es hat gerade so knapp Platz. Grösste Vorsicht ist bei den Lautsprechern geboten, auf welche ich besonders stolz bin und die ich 30 bzw. 35 Jahre im Einsatz habe. Es sind vier grosse Magnepan Flächenstrahler, welche sich durch eine besonders präzise Wiedergabe und Abbildung des Tons hervortun. Jeder, der sie einmal gehört hat, und es ist dabei vollkommen egal, um welchen Musikstil es sich handelt, ist hell begeistert. Die beiden Frontlautsprecher beherbergen eine Rarität: Ein 180 cm langes Aluminiumbändchen, welches senkrecht steht und einen Radialstrahler für die Hochtöne bildet. Die obere Grenzfrequenz ist 50’000 Hertz! Das Ergebnis ist eine unvergleichliche Plastizität, welche bei Instrumenten und Tönen mit hohen Anteilen im oberen Frequenzbereich greifbar wird: Saiten- und Schlaginstrumente, aber auch elektronische Klänge treten richtiggehend in den Raum vor. Es wirkt geradezu holografisch.
Für den Subwoofer habe ich ein besonders keckes Plätzchen gefunden: In einer Nische neben dem Cheminée, welche eigentlich für das Holz gedacht ist. Er passt perfekt dort hinein, und da er so weder in einer Ecke noch frei herumsteht, ist die Basswiedergabe sehr beeindruckend, und das ohne hohe Lautstärke.
Für die beiden Centerlautsprecher musste ich mir auch etwas Neues einfallen lassen. In der Zürcher Wohnung platzierte ich je einen ober- und unterhalb des Bildes und generierte so einen virtuellen Lautsprecher, der in der Mitte der Leinwand zu stehen schien. Doch nun ist das Bild so gross, dass es oben keinen Platz mehr gibt. So kommen nun beide auf dem Boden zu stehen, auf eine lange, schmale Ablage, die etwas japanisch daher kommt. Es funktioniert auch.
Den Beamer lasse ich noch in Zürich, denn der kleine Neue, den ich Anfang Pandemie bestellt habe, macht ein besonders grosses und helles Bild, ist aber leider ein bisschen lauter.
Die grösste Herausforderung ist die Projektionswand. Wir haben ja bereits die gegenüberliegende, kleinere Wohnzimmerwand präpariert. Doch sie war nie wirklich perfekt. Nun haben wir aber alles um 180° gedreht und wollen es besser machen. Nachdem wir einsehen müssen, dass wir das nicht alleine schaffen, engagieren wir den lokalen Gipser, welcher seinen „besten Mann“, wie er uns versichert, vorbeischickt. Gjorgi macht das absolut souverän und zaubert uns an einem Donnerstagmorgen eine (fast) perfekte, glatte Gipswand. Klar, das kostet etwas, aber dafür behalten wir die Nerven. Etwas schmirgeln mit feinem Sandpapier lässt die letzten Unebenheiten verschwinden. Dann kommt zweimal Acrylgrundierung, zweimal Base Coat und zweimal Top Coat von Mighty Brighty, ein Produkt, das mich seit 20 Jahren begeistert. Das dauert alles zusammen eine Woche. Dann härtet die letzte Schicht langsam aus und wird jeden Tag noch etwas glatter, bis keinerlei Streifen mehr sichtbar sind. Ein physikalisches Wunder, das ich bis heute nicht vollständig verstanden habe.
Nun ist das Goldbär-Kino mit einer Bilddiagonale von 4.3 m (= 170 Zoll!) fertig und multifunktionell benutzbar:
– Als Kino
– Als Sporthalle
– Als Hörgenuss-Raum zum Musik hören
Weitere Schritte folgen…

Die Selfmade-Version begeisterte uns nicht
Der Profi am Werk
Das technische Equipment ist angeliefert
Verschiedene Farbschichten werden aufgebracht
Die Sporthalle wird eingeweiht
Irma la Douce im Goldbär-Kino ganz gross
Einer der Surround-Magnepan-Lautsprecher ging leider kaputt und ich musste ihn reparieren.