Donnerstag. Diesen sonnigen Tag wollen wir auf einer sonnigen Terrasse verbringen, welche wir schon des Längeren im Visier haben: Weissenberge. Es soll noch Schnee haben und die Schlittelbahn soll offen sein. Via Zürich, Rapperswil (mit Kaffee- und Sandwich-Halt) und Schwanden mit dem Zug und ab dort mit dem Bus nach Matt, wo uns eine Seilbahn in wenigen Minuten auf diese Felsnase hinauf hievt. An den Sonnenhängen ist der Schnee weg (unweiss). Aber auf den Wegen hält sich noch ca. 30 cm gepresster Schnee, welcher sich allerdings unter unseren Füssen aufzulösen beginnt. Um 11 h sind wir schon im Restaurant, trinken Tee und warten, bis die Küche öffnet. D.h. ich lese in Martins selbst geschriebenem Krimi-Skript, welcher in Süditalien spielt und mich schon die ganze Fahrt hindurch in den Bann zieht, während er an seinem Philosophieprojekt arbeitet. Dann gibt es Rösti mit Spiegelei vom eigenen (leider nicht Bio-) Hof und einen üppigen Menüsalat.
Nach dem Espresso marschieren wir die kleine Rundtour ab, welche als Winterwanderweg gekennzeichnet ist. Es ist ein Gehen wie im Treibsand, da der Schnee inzwischen eher zu Crushed Ice geworden ist. Die Aussicht ist makellos. Glärnisch, Gross Chärpf und Vorab schmücken den Horizont unter dem makellos blauen Firmament und lassen die Weltenunbill weit weg erscheinen. Unvermittelt trällert uns eine lustige Pfeifmelodie ins Ohr, immer und immer wieder. Klar, es ist ein Vogel, aber was für einer? Ich kann ihn zwar fotografieren, aber für die Filmaufnahme reicht es nicht mehr, denn er verstummt, als er uns gewahrt. Doch ich kann die Melodie nachpfeifen, wie das Video beweist. Später, dank Monikas Hilfe, wissen wir dann: Es ist ein Gimpel, aber dieser hier pfeift gar nicht simpel!
Um 14 h sind wir schon wieder in der Beiz, wo wir unsere Rucksäcke deponieren durften. Der Aprikosenkuchen schmeckt herrlich, während ich weiter lese und Martin arbeitet.
Dann fahren wir mit den Schlitten hinunter ins Tal. Mancherorts ist es eher eine Wasserrutsche, und das Gefährt des Vordermanns sieht eher wie ein Rennboot aus, dessen Gischt auf die Seiten spritzt. Dann wieder ist das Wasser gefroren, und Bremsen ist nur mit viel Kraft möglich. Aber wir schaffen es bis ganz hinab, ganz unfallfrei.
Der Bus fährt erst in einer halben Stunde, und so laufen wir auf dem Talboden nach Engi, etwa 20 Minuten. Der Bus ist voller Wintersportler, die von Elm hinten hervorkommen. Doch ein Zweiersitz wird glücklicherweise frei. In Schwanden suchen wir die Bäckerei Cornetto und finden sie auch. Tee, Kaffee, Wasser, lesen.
Mit Monika haben wir wieder einmal im Schützenhaus Glarus abgemacht zum Essen. Sie humpelt, hat sich zu fest angestrengt auf einer Schneeschuhtour und beim Rennen am nächsten Tag. Auch Sportler leben gefährlich! Es ist ein schönes Wiedersehen und intensives Austauschen, welches wir sehr schätzen.











Jetzt weiss ich wie der Gimpel pfeift und aussieht. Beim Chalet habe ich auch schon einen gesehen, aber nicht gewusst wie er heisst. Nasse Abfahrt mit dem Schlitten, aber dafür kommt der Frühling.
Ich freue mich auf Martins Krimi.
Ihr Lieben, das habt Ihr gut gemacht, bei diesem Wetter! Ich darf es fast nicht sagen: Ich habe die Wohnung geputzt. Liebe Grüsse Suzanne
Also, aus Deiner Kameraperspektive sieht der Schlittelspass eher etwas gefährlich aus. Diese Schlitten lassen sich ja nicht eigentlich steuern – so viel ich noch weiss, nur mit den Füssen, was angesichts der halsbrecherischen Abhänge rechts, nur etwas für junge Abendteurer ist…