Treppe zum Geissberg

Freitag. Jeanette Eggenschwiler vom Tele Züri Wetter versprach uns für heute frühlingshafte 16°C. Martin hat für uns eine kleine Tour ausgedacht: Zuerst vom Höhtal über den Geissberg, welcher auch „der kleine Bruder des Lägerngrates“ genannt wird. Es pfeift ein giftiger Wind. Ich bin froh um die Doppelkaputze, und Martin schlingt sich ein T-Shirt um den Hals. Die Juraplatten ragen hier senkrecht aus dem Boden, und die Sicht hinab nach Baden und am Horizont zu den Berner Alpen wie Eiger etc. ist imposant. Auf einem anderen windigen Bänkli essen wir den schwarzen Reis, der eigentlich dunkelviolett ist, mit Feta und letztjährigen Spargeln aus dem Tiefkühler. Wie köstlich! Dann gehts weiter zum Ebnihof, einem Demetergehöft. Dort decken wir uns mit vielen verschiedenen Gemüsesamen ein, die, neben Wurzelgemüse und getrockneten Apfelscheiben, im kleinen Outdoor-Hofladen feilgeboten werden. Die zwei Zwergponys schauen uns zu, wollen aber nicht gestreichelt werden und fletschen mit den Zähnen. Wir stechen in den Ebnigrabe hinab, ein adrettes kleines Schlüchtchen, wo die Bäume kreuz und quer liegen, hinab nach Nussbaumen.
Plötzlich erspähen wir auf der anderen Uferseite ein uns bekannt vormommendes Grün: Bärlauch! Yuppie! Sofort pflücke ich ein paar Blätter in heller Vorfreude auf das heute folgende Znacht!
Auf der rechten Uferseite der Limmat erreichen wir auf einem überraschend herzigen Weglein, vorbei an renaturierten Zonen, die berühmte Kurve, in welcher Botta ja nun sein neustes Denkmal in Form des neuen Thermalbades hingeklotzt hat. Auf beiden Seiten des Flusses hat es für den armen Pöbel Betonbecken, wo das 47°C heisse Nass hineinplätschert. Eigentlich wäre unser Ziel gewesen, hier hinein zu tauchen. Doch, o weh o Graus, der Traum ist aus! Denn die Becken sind voll mit Menschen allen Alters. Und zwar auf beiden Seiten. Wir lassen es gut sein und holen uns oben in der Altstadt, genauer in der Confiserie Himmel, einen wohlverdienten Zvieri und Kaffee to go. Der Platz ist ebenfalls ziemlich voll, doch auf einem ausgetrockneten Brunnenrand finden wir etwas Raum, lassen uns nieder und geniessen den Zwetschgenkuchen.
Dann machen wir uns auf, zurück zum Ausgangspunkt, und nehmen diesmal die alte Höhtalstrasse entlang des kleinen Bächleins, das immer dünner wird, je weiter wir aufsteigen, bis es verschwindet. Da wir noch Zeit haben, gehen wir den Wanderweg östlich um Oberehrendingen herum und entlang des Gipsbachs zum Kreisel hinunter, wo wir das Postauto nehmen.

Auf dem Geissberg: Baden
Auf dem Geissberg: Berner Alpen
Ein windiges Bänkli
Die Juraplatten stehen hier senkrecht!
Bottas neuster Palast
Im Ebnigrabe
Erster Bärlauch!
!!!
Ein posender Vogel. Wer weiss, wie er heisst?
Noch ein posender Vogel. Wer weiss, wie er heisst?
Ein Biber auf frischer Tat ertappt! (Bild: Martin Heimgartner)
Badener Stilleben
Auf der Spiegelbrücke
Auf der Spiegelbrücke