
Freitag. Wir starten den 2. Versuch und hoffen, dass es auf dem Rochers de Naye diesmal mehr Weitsicht als Nebelschwaden gibt als beim letzten Mal. Und recht haben wir! Es ist perfekt. Die Bilder und der Panoramafilm vom Gipfel sprechen für sich.
Unser Weg führt in einer weiten Kurve südwestlich unter dem Aussichtspunkt durch. Es geht ein steiles Couloir hinab, das von oben viiiiel steiler aussieht als von unten. Da es im Schatten liegt, gibt es gefrorene Stellen, auf die man aufpassen muss. Wieder in der Sonne, kommt ein junger, sehr fülliger Bär heraufgeschnaubt, grüsst und fragt uns, wo denn diese Höhle sei. Offenbar hält er uns auch für Bären. Doch leider haben wir keine Höhle gesehen und so muss er weitersuchen, mit seiner Freundin, die nun ebenfalls erscheint. Keine Bärin…
Wir kreuzen die Zahnradbahn, und wie es der Zufall will, kommt gerade eine Komposition von oben herabgerattert. Das gibt ein schönes Video! Anschliessend messen wir die Spurbreite. Martin hat in seinem Rucksack stets auch ein Nähatelier mit Massband dabei. Natürlich hat er Recht, als er meint, die Spur sei schmaler als 1000 mm, denn sie misst nur 800 mm! Das ist ja schon eher eine Garten- als eine Bergbahn. Nun ist auch klar, warum man sich in den Wagen wie im Zwergenland vorkommt mit diesen engen Vierer-Sitzlein.
Weiter gehts zum Col de Jaman, einem Übergang, wo man sich entscheiden kann, ob man zum Ost- oder Westportal des Scheiteltunnels der GoldenPass Panorama-Bahn sich hinunterbegeben soll. Wir wählen Westen und steigen schon bald von der schmalen Passstrasse (die übrigens auf dem Pass oben endet) ab, auf einem steilen, verschlungenen Wanderweg Richtung Jor (Westportal). Doch der Fahrplan schickt uns eine Station weiter nach Les Avants. Dort, wo die Standseilbahn zur Nobel-Klinik hinauffährt, die Hannelore so gut gefällt. Also die Bahn!
Im Tramontana geniessen wir im goldenen Nachmittagslicht unsere obligaten Doppios und kurze Zeit später fahren wir rückwärts im PanoramaExpress und dösen schon fast, während die Geleise, Tunnels und die schöne, herbstliche Landschaft von uns weggleiten.
Im Chalet machen wir es uns gemütlich, feuern die beiden Cheminées ein, kochen fein und freuen uns auf den weiteren Abend…




















Spurweiten bei Eisenbahnen gibt’s noch mehr, als Elektro-Steckdosen…
–> https://www.gleisbau-welt.de/lexikon/system-bahn/spurweiten – bis 2134 mm – hahaa
Tolle Bilder – tolles Welschland – ich habe aber die geographische Übersicht längst verloren.
Wir haben uns auch gerade über die Spurweiten informiert. Die 800 mm sind offenbar bei Schweizer Bergbahnen recht häufig: Wengernalpbahn, Monte Generoso, Schynige Platte, Brienzer Rothorn, Pilatus…
Interessant, dass man für die Jungfraubahn die Meterspur wählte, obwohl die Zufahrt zu Kleinen Scheidegg 800 mm ist.