Donnerstag. Heute haben wir Grosses vor. Wir werden unsere Partnerschaft eintragen lassen. Das heisst, erst mal müssen wir einen Berg an Formularen ausfüllen und unterschreiben. Der Empfangsraum ist winzig und marginal. Frau Hodel, die Zivilstandsbeamtin von Dielsdorf, ist sehr zackig, effizient und kompetent. Wir entscheiden uns, im äusserst bescheidenen Rahmen eine kleine Zeremonie im schicken, höhlenartigen und unterirdischen Gewölbe abzuhalten. Das heisst, wir laden Hannelore und Paul (Martins Eltern) und Barbara und Theresia (meine älteste Schwester und ihre Freundin) ein. Am 3. Dezember werden wir dann die alles entscheidende Frage mit ja beantworten und definitiv unterschreiben.
Schon längere Zeit haben wir die Eingetragene Partnerschaft im Auge. Als dann der Lockdown im Frühling kam, um so mehr. Besuchsrecht etc. war bei uns ja nicht geregelt, auch wenn die Spitäler heutzutage nicht mehr so streng sind. Aber was die Auskunftspflicht anbelangt, wohl schon eher. Die „Ehe für alle“ schien in Greifnähe zu sein, und so warteten wir noch zu. Als dann der Ständerat im Herbst eine Verzögerungstaktik einschlug, wollten wir nicht mehr länger warten.

Der Zeremonienraum
Ein Herz & eine Seele

Mittwoch davor. Als wir am Bahnhof Hardbrücke friedlich auf den Zug warteten, wurden wir aus dem Nichts heraus und von hinten von so einem Maskengegner und Coronaleugner massiv verbal attackiert. „Ihr seht scheisse aus“ tönt es in schnoddrigem, süddeutschen Akzent. So fing es an und hörte nicht mehr auf. Da fing ich an zu filmen. Prompt kam „Bist ein Stasi? Bist ein Nazi? Schwuchteln“ etc. Das war dann zuviel, ich brüllte den Idioten nieder und mein Goldbär stimmte eine Oktave tiefer mit ein. Er zeigte nur auf seine Kopfhörer und meinte, er höre AC/DC und verstehe nichts und pöbelte weiter. Auf einmal stand die Security vor uns und trennte uns von ihm. Bald waren es vier, dann acht. Plus 4 Zugbegleiter. Wir erklärten uns und sie fragten, ob wir Anzeige erstatten wollen. Währenddessen kämpften sie mit dem Renitenten, weil der schon wieder die Maske runter nahm und an seiner Büchse soff. Am Schluss, als noch 2 Polizisten dazu kamen, waren es 17 Personen, die involviert waren! Der Tubel war dann noch im selben Zug/Wagen, liess es aber, weiter zu pöbeln. Soweit sind wir also schon, dass man sich dafür einsetzen muss, dass man andere schützt.
Ich überlegte noch, ob ich ein Bild davon zeigen soll. Doch ich entschied mich für ein Katzenvideo. Der rote Kater geriet in eine Schafweide mit Elektrozaun und kam nicht mehr heraus. Er miaute uns herzerwärmend an, bis ich ihn schliesslich über den Zaun heben konnte.

Katzenjammer

Samstag. Eine kleine Tour auf unseren Hausberg beschert uns atemberaubende Aussichten auf Zürich und die Alpen.

Zürich und die Glarner Alpen
Berner Alpen