Donnerstag. Die schönen Tage sind rar. Packen wir einen, wenn er schon da ist, der Heutige! Wir knüpfen an letzter Woche an und beginnen wieder in Ossingen. Diesmal gehen wir gen Westen. Noch ist es eher kühl, vor allem, wenn sich eine Wolke vor die Sonne schiebt. Das Gras ist zum Glück praktisch verblüht und so leide ich etwas weniger. Bald schon kommen wir an den verträumten Husemersee, der aus mehreren kleinen Teilseen besteht. Trotz Hochwasser können wir an einer Stelle hindurch an die andere Seite gelangen. Links und rechts von sumpfigem Wald und Schilf gesäumt. Eine schwarze Natter schlängelt sich raschelnd ins Nass und schwimmt von dannen. Auf einem Bänklein mit einer View auf den spiegelglatten See halten wir inne, lauschen und schauen. Etwas weiter, auf einem breiteren Steg, gleiten wir ins Wasser und geniessen das bereits angenehm warme, dunkle Wasser. Die schreiende Schulklasse am anderen Ufer ignorieren wir erfolgreich. Dann gibts Mittagessen, ebenfalls auf dem Steg. Rosmarin-Kartoffeln an Curry-Tofugeschnetzeltem und Oliven, hmmmm!
Weiter durch Feld, Wald, Wiesen und Rebberge erreichen wir Trüllikon. Die markante Kirche mit ihrem Steildach und dem separat stehenden, noch viel steileren Spitzturm erscheint als Erstes. Und dann checken wir, dass das riesige Dach eine einzige Solaranlage ist! Mitten in der Kernzone, so, als wäre es ganz selbstverständlich. Wir knipsen Fotos von ausserhalb und vom Friedhof aus. Wir kommen ins Gespräch mit der Sigristin, die ums Haus herum fürs Rechte sorgt. Sie lässt uns rein, und als wir ihr von unserem Solar-Engagement erzählen, nimmt sie einen Holzstab mit Haken und öffnet eine Falltür, welche in den Glockenturm hinauf führt, wo die Wecheslrichter von Fronius und die 5 Glocken rumhängen. Faszinierend! Baujahr der PV-Anlage: 2012.
Die Beiz Ochsen im Dorfkern gewährt uns gerade noch 2 Kaffees im hinteren „Gärtchen“, damit uns niemand sieht, denn sie schliessen um 14 h, jetzt ist 13:55. Über Wildensbuch kommen wir zuerst an einer zahmen Wild-Herde Damhirschen vorbei, machen Rast auf einem Bänkli, das derentwegen mit hohem Maschendrahtzaun umzäunt ist und uns die Sicht auf die weite Ebene trübt, und kommen oberhalb von Benken zum Restaurant Zur Guggere. Hier gibts feinen Apfelkuchen und Kaffee mit schöner Aussicht.
Der Weg am Anderbach entlang hinunter nach Dachsen ist lauschig und der Weg am Bahngeleise entlang zum Rheinfall plötzlich hochsommerlich heiss.
Ein Glace gönnen wir uns am Touristenkiosk mit chinesisch sprechender Kassierin und steigen hinab zur Bahnbrücke, welche wir ehrfürchtig überqueren, während das Hochwasser unter uns hindurchbraust und sich unter Bildung 20 Meter hoher, geysir-artigen Eruptionen, den Fels hinunterdonnert. Am rechten Ufer schlendern wir dem Wasserfall entlang hinunter, an überfluteten Terrassen und dem unterschlächtigen Wasserrad vorbei und gelangen zum Schlössli Wörth. An einem Fressstand bekommen wir Fritten, während etwas übergewichtige, reiche Inder-Bübchen mit der schwarz-silbrigen Visa-Karte blaue und pinke, ultrasüsse Getränkeplörren kaufen und sie gierig in sich aufsaugen.
Wir steigen langsam hinauf zum Bahnhof Neuhausen Rheinfall, während wir genüsslich und einzeln die Pommes essen, ziehen uns noch einmal die Szenerie rein und tuckern gemütlich nach hause.




































Wunderschöne Bilder! Einfach Superseeen!!! Die Solaranlage in Trüllikon ist vorbildlich. Auch die moderne Architektur gefällt mir sehr. Wisst ihr warum die Obstbäume schräg raufgezogen werden? Mit dem Wetter gut gewählt.
Vielen Dank für die Bilder von der Wilderness um den Husemersee. Da badete ich mal in den 60er Jahren – der Ort war damals ziemlich abgelegen und unbekannt…
Zufälligerweise war auch ich am Rheinfall – auf der andern Seite beim Schloss Laufen. Ich konnte meinem Gast aus Bogota den grössten Wasserfall Europa zeigen. Es sollen vor einer Woche 840’000 Liter/Sekunde vorbeigeschossen sein.
Die kirchliche Pionier-Solaranlage Trüllikon ist erstaunlich und toll… in 12 Jahren wurde da eine ansehnliche Energiemenge eingefangen. Nachdem auch heute die meisten geeigneten Dächer in der Schweiz immer noch leer sind und von Atomkraftwerken geschwafelt wird – eine Pioniertat erster Güte.