
Donnerstag. Abfahrt und Flucht vor der Hitzewelle. Welche ists denn nun? Die fünfte? Wieder Tomaten geerntet. Ja das war ein kleines Wunder, denn der krasse Hagelsturm, der das halbe Dorf am 28. August um 9:45 Uhr verwüstete und 5 – 7 cm grosse Hagelkörner hernieder schoss, liess die Köstlichkeiten grösstenteils unversehrt! Bernoulli (Strömungsgesetz) sei dank! Bei der Ankunft sehen wir, dass die Wiese vor dem Chalet voller Pilze ist. Und tatsächlich zeigen sich auch ein paar Steinpilze, juhuu! Mutig lassen wir sie noch stehen.
Nach dem Znacht gehen wir noch „dorthin, wo man den See sieht“. Nach einer halben Stunde sind wir dort und sehen tatsächlich den See „Lac de l’Hongrin“. Und er ist plitscheplatsche voll! Das viele Nass täuscht nur all zu leicht darüber hinweg, woher es kommt. Am Anfang des Sees läuft nämlich kaum Wasser hinein, und das trotz weitläufigem, unterirdischem Kanalsystem. Da es sich um einen Pump-Speichersee handelt, kommt das Wasser von unten, vom Genfersee. Dieser wiederum wird bekanntlich von der Rhone gespeist, und diese wiederum durch die vielen Seitentäler und schliesslich von den Gletschern, die seit Ende Juni aper vor sich hinschmelzen. Ein Wassertröpfchen vom Mont-Blanc-Gletscher könnte sich also durchaus den ganzen beschriebenen Weg durchschmuggeln und tatsächlich durch den Restwasserkanal in den L’Hongrin eingespeist werden. Auf diesem Wege würde es dann irgendwann einmal in Rotterdamm in die Nordsee hüpfen. Und nicht ins Mittelmeer. Falls es nicht vorher verdunstet ist…
Freitag. Erstmals gehen wir auf der Wander-Route 46, die direkt durch unser Land führt, in einem grossen Bogen hinab nach Les Moulins, kaufen im Hofladen Hühner- und zwei Enteneier und baden kurz in der Sarine im Waldstück von Daniel und Lynn, welche wir aber diesmal nicht zu Gesicht bekommen. Glacé im Le Berceau. Der Bauernsohn und seine Frau bedienen uns und setzen ihren kleinen Sohn mit etwas Schoggiglacé an unseren Tisch, welches er sich genüsslich im Gesicht herumschmiert. Reden tut er nicht viel, aber wir setzen unsere inzwischen dank Nachbarskindern erlernten Kindertricks (Schnauben wie ein Pferd z.B.) ein, bis er breit grinst und uns läss findet. Danach Vitaparcours und Baden inklusive 3 Mal Topogan (Wasserrutsche).
Samstag. Beim Morgenessen tschalpt ein Unbekannter zwischen den Chalets die Wiese hinauf und weiter durch unseren Garten! Natürlich stellen wir ihn, wohl wissend, dass er auf der Suche nach Pilzen ist. Der jedoch reagiert völlig von der Rolle und meint, er geniesse nur die Natur! Ich fange ihn am Haupteingang ab und sage klipp und klar, dass hier Privatgrund sei. Er meint frech, es sei ja nirgends angeschrieben, wir müssten Tafeln aufstellen. Das ist zu viel. Schuhe angezogen und ihm nach, sehen wir, dass seine Frau mit Hund oben auf dem Strässchen warten. Martin nimmt sie ins Gebet, sachlich und ruhig. Der Hund macht keinen Wank. D.h. nichts anderes als dass es ihr peinlich ist und sie uns nicht als Gefahr sieht. Er wiederum krakeelt lauthals in sicherem Abstand. Es tönt wie Hundegebell. Es gibt schon respektlose Zeitgenossen! Ich rette die Steinpilze im Vorgarten und verarbeite sie mit einem Brie zu einer feinen Pasta-Sosse. Wir gehen zum vollen Pump-Speichersee. Die Fischer fischen schon wieder um die Wette. Bei der Doppel-Doppelbogen-Staumauer mit den PV-Panels herrscht emsiger Verkehr. Töffs und Velos (erstaunlich viele ohne Motor!) und überall Wildcamper. Wir gehen der Strasse entlang der Hongrin-Schlucht. An ein paar Stellen bröselt der Hang auf die Strasse und hat schon Häufchen angehäuft. Die Velos müssen aufpassen. Auf einer aus Beton-Kuben bestehenden Mauer mit Tal-Weitblick essen wir den Pilzschmaus. Die Wanderung hinab nach Montbovon wird immer anstrengender, wohl der Hitze wegen. Endlich kommen wir an einem kleinen Häuschen vorbei, wo es ein schattiges Bänklein und einen munter sprudelnden Brunnen gibt. Was für eine Wohltat! Schliesslich kommen wir nach viereinhalb Stunden beim Bahnhof an. Im Chef du Gare gibt es um 18 h ein Klavierkonzert, draussen neben der lärmigen Hauptstrasse. Es ist zum Glück erst 16 Uhr und wir bekommen sogar noch Apfeltorte!
Sonntag. Unsere neuste Tradition ist, am Abreisetag des Morgens noch auf den Vitaparcours auf dem Col des Mosses zu gehen (der Schönste!), danach Cockies (heute frisch aus dem Ofen -> Céleste! (himmlisch!) Madame freut sich riesig über das Kompliment!) und Kaffee bei der Bäckerei. Auch nur 3 Nächte haben sich gelohnt!





























Wie viele Jahre ist es her seid ich auf dieser Mauer stand? Ich weiss es nicht. Schöne Erinnerungen kommen hoch. Neu sind die Fotovoltaikanlagen, die freuen mich sehr, wie auch die wunderbaren Aufnahmen der Landschaft. Den Tunnel kenne ich nicht. Zur Aufnahme der Zwitscherschrecke und der Schmeissfliege kann ich nur gratulieren. Eindrücklich!
Schade, dass der Goldenpass nicht goldener durch die Landschaft leuchtet.
Die von den Faschisten geleugnete, von Menschen verursachte Erderwärmung hat auch was Gutes. Ihr könnt die Ferien beliebig verlängern und es bleibt immer schön für eure tolle Digital-Fotografie. Die Makroaufnahmen hätten früher jeden Entomologen erfreut.