
Donnerstag. Manchmal gelingt es, manchmal eben nicht. Amden, das sich brüstet, niemals Nebel zu haben, liegt heute zwischen den Nebeln. Immerhin. Auf dem leergeräumten Parkplatz ist Braunvieh-Markt. Etwa 200 Rinder wechseln hier ihre Besitzer und pflastern den Platz mit ihrer aus Gras hergestellten braunen Paste zu. Woher sie kommen und wohin sie gehen lässt sich unschwer an den Spuren auf den Strassen ablesen.
Mit dem Zweier-Sessellift fahren wir gemütlich zum Restaurant Walau an der Bergstation. Daniela, die Wirtin, erscheint persönlich an unserem Tisch und wir plaudern über den Nebel und ihr Engagement in den drei Restaurants. Am Vorabend habe ich sie am Telefon erwischt und bezüglich Essen und Reservation befragt. Draussen: Immer noch Nebel. Der Plan ist eigentlich, noch auf den Mattstogg hinauf zu gehen, doch dieser Plan verblasst nach und nach. Die Webcam vom Säntis her zeigt uns genau anhand der Churfirsten, wie hoch der Nebel momentan ist. Der Mattstogg schaut nicht heraus. Und so entscheiden wir uns, zwischen den Nebeln, unser Ziel hinunter nach Betlis zu verlegen.
Am unteren Ende des Dorfes zeigt uns ein einladender Wegweiser, dass es hier ein Kaffee namens „Kardamom“ gibt. Erst denken wir, es sei die Cafeteria eines Altersheims. Doch dann entpuppt es sich als erfolgreich geführtes Lokal von und für Asylsuchende im ehemaligen Kurhaus. Ein paar arabisch sprechende Männer sitzen um einen kleinen orientalischen Beistelltisch mit verzierter Metallplatte. David, der aussieht wie Will Smith, bereitet uns je einen türkischen Kaffee zu. Wir verzichten aufs Kaffeesatzlesen, um ihm die Sauerei auf dem Untertellerchen zu ersparen. Ein grosses, handgemaltes Wandbild zeigt das Fraumünster in Zürich und wir fühlen uns ganz heimisch.
Der Weg hinab ist sorgfältig geführt und gut ausgeschildert. Es gibt viele Bänkli und einige tolle Aussichten auf den Walensee. Wir kommen am Landgasthof Paradiesli und der Burgruine Stralegg vorbei. Kaum sind wir am Steg von Betlis angekommen, braust die „Churfirsten“ heran, ein zweistöckiges Personenschiff, welches uns nach Weesen bringt. Der Kahn ist voll mit betagten Leuten und Zivildienstlern. Diese werden auch gebraucht, um all die Rollstühle die steile Rampe hinaufzubuxieren und den Gebrechlichen beim Aussteigen zu helfen. Wir begeben uns schnurstracks zum Badeplatz, wo sich Martin unverzüglich umzieht und sich ins kalte Nass stürzt. In warmes Vlies eingehüllt dokumentiere ich die Szenerie vor atemberaubender Kulisse.



















Uns ist es auch einmal wie euch passiert, dass wir an die Sonne wollten und in Amden enttäuscht wurden. Aber ihr seid ja so flexibel und macht aus jeder Situation das Beste und kommt mit wunderschönen Bildern nach Hause. Froh sind wir, dass ihr nicht noch eine Kuh mitgebracht habt.
Gut hat Martin eine Mütze auf! Nicht dass er sich noch erkältet 🤣
Übrigens es ist wieder Corona Zeit, passt auf euch auf🙏
Glg Markus