
Freitag. Das Knie ist schon fast wieder gut, und Martins Ferse auch. So wagen wir eine kleine Bergwanderung. In Andermatt, vor dem Bahnhof, setzt sich gerade ein 5er-Gespann mit der legendären gelben Gotthard-Postkutsche in Bewegung und versetzt die Passanten in helle Verzückung.
Mit der schnellen Gondelbahn gondeln wir steil hinauf zur Station Gütsch. Hier werden gerade neue Windturbinen montiert im Windpark Gütsch, während die bereits stehenden praktisch geräuschlos vor sich hinsäuseln. Das Panorama ist dreiviertel und reicht auch ins Reusstal mit Göschenen, dem Dammagletscher, dem Furkapass, dem Gemsstock. Alles da. Auf 2’300 Metern höhenkurven wir Richtung Lutersee. Es ist eine steinige Landschaft, die Sawiris perfekt für den Winterzirkus präpariert hat. Gleichzeitig können selbst Geheingeschränkte wie wir problemlos die Aussicht geniessen. Am Bergsee angekommen, zögern wir keine Sekunde und sind schon darin am Rumplantschen. Beim Trocknen und Sandwichverzehren kommen kleine Fische in Scharen und betteln um milde Gaben. Der Bilder wegen gewähre ich ihnen etwas Brot am Zeh und wir staunen ob dem Ergebnis (Film!).
Nach einem kleinen Aufstieg kommen wir im Schneehüenerstock an. So heisst die Bergstation, wo wir köstliche Rösti mit Käse und Spiegelei bekommen. An der Felswand hinter der Station, quasi auf dem Fensterbrett einer militärischen Anlage im Fels, klettern zwei Steinböcke herum und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Die Fahrt mit der Gondel 550 Meter runter auf den Oberalppass dauert nur 6 Minuten. Wir gehen noch kurz den Oberalpsee berühren, im Wissen, dass dieses Nass die Reuss sein wird.
Mit der MGB (Matterhorn Gotthard Bahn) fahren wir runter nach Rueras und treffen im naturnahen Campingplatz Viva Karin. Sie ist auch aus Schöfflisdorf und arbeitet mit Martin zusammen in der Sozialbehörde. Nun arbeitet sie zwei Monate hier oben und freut sich auf Besuch. Es ist mega gemütlich hier, es gibt Kaffee & Kuchen & verschiedene Kräutersirupe. Danach gönnen wir uns ein kurzes Tauchbad im jungen Rhein. Es gibt auch Naturplanschbecken für die Kleinen und eine Liegewiese in einem kleinen Wäldchen. Zurück im Resti plaudern wir mit Nenette & Stefan, einem mit Karin befreundeten Paar und ebenfalls zu Besuch, während wir einen grossen Salat für zwei verspeisen.
Dann brechen wir auf die gemütliche Rückfahrt durch die Rheinschlucht auf.


























Dieser Bericht wurde mit grossem Vergnügen gelesen, ebenso geniessen wir die cleveren Kommentare von Rolf. Einfach super. Gerne würden wir die Wanderung wiederholen, aber wir wollen zufrieden sein, dass wir so schöne Bilder bestaunen dürfen. Weiter so!
Die fünf Pferdestärken (PS), die das Postauto ziehen, kosten mehr als unsere Verbrenner. Denn man kann sie nicht einfach in die Garage stellen. Die Havermotoren fressen auch, wenn sie nicht eingesetzt werden… Lustig, dass die alle weiss sind (Schimmel). Wie bei den Autos sind scheinbar auch einige Farben im Angebot.
Tolle gigantische Windredli – dieser Fortschritt hat mich erstaunt… Andermatt hat sich gemacht, Dank einem Pionier ( من مصر).
Thomas Nordmann’s Schwiegertochter führt das Musik-Zepter des «Swiss Orchestra» (Residenzorchester).
Für das grosse Portemonnaie: Die Fahrt über den Gotthardpass mit der Pferdekutsche kostet Fr. 750.— pro Person. Wenn man ein paar Tage in einem Deluxe-Zimmer im Hotel Chedi weilt (zwischen rund 800.— und 1500.— pro Nacht), ist das natürlich nur ein Klacks.