
Donnerstag. Knapp über dem Gefrierpunkt gehen wir los, steigen in den Zug und fahren via Rapperswil, wo wir einen Kaffeehalt beim Kuhn einlegen, nach Walenstadt. Es lacht die Sonne, und unser Herz tut es ihr gleich. Im Seerestaurant gibt es nochmals einen Kaffeehalt und dann steigen wir die Kiesstrasse hinauf, die im Bedarfsfall als Notverbindung nach Walenstadtberg dient. Die Eidechschen huschen zu Dutzenden umher, kaum kommen wir in ihre Nähe, und veranstalten jedesmal lautes, verräterisches Rascheln. Wild- und Zahmbienen summen herum und laben sich an den Veilchen am Wegesrand. Sogar das erste Taubenschwänzchen sichten wir hier! Auf Höhe Walenstadtberg treffen wir zwei ältere Herren, mit denen wir kurz, aber interessiert in ein Gespräch kommen. Dann essen wir unsere Pasta mit eigenem Rosenkohl, Wirz und Käse, während uns der Sichelchamm wie ein Gemälde über Walenstadt prangt.
Auf dem nun horizontal verlaufenden Weg Richtung Westen gelangen wir zum Garadur, dem in früheren Blogs bereits erwähnten Biohof hoch über dem Walensee. Zuerst sehen wir die fünf Pfauen und ein paar Hühner, dann die hübschen Pfauenziegen. Dann kommt Daniel aus dem Ziegenstall und wir begrüssen uns. Wir sehen uns nur alle ein bis zwei Jahre mal, und doch ist es jedesmal eine herzliche, sympathische Begegnung. Er lässt uns zu den Ziegen. Finn und Juri, die beiden wohlriechenden, kastrierten Ziegenböcke, schliessen uns bald schon ins Herz. Der Ziegenstall gleicht einer ausgebauten Attikawohnung mit Salontischchen, Ruhezonen und Wellnessbereichen. Alles liebevoll aus Holz gezimmert. Trotzdem will ihn Daniel umbauen, weil er nicht ganz perfekt sei, wie er meint. Überhaupt können wir nur staunen, wie er sich hier für die Tiere und die Natur ins Zeug legt, fast 24 Stunden pro Tag und das seit bald 20 Jahren. Respekt! Auf dem Platz vor dem Hof offeriert er uns sauren Apfelsaft, und so vergeht die Zeit. Die alte Katze schaut sich vom grossen, langen Balkon aus die Szenerie regungs- und lautlos an, während eine 20er-Schar Wanderer*innen vom See her hochkommt, mit einer halben Stunde verteilt von den ersten bis zu den letzten. Dann brechen wir auf und sind schon bald am Seeufer unten. Natürlich stürzt sich Martin sofort an seinem Lieblingsplätzchen ins eiskalte Nass, während ich schon nach fünf Sekunden den Kuhnagel an den Füssen bekomme. Die Luft jedoch ist bereits sommerlich warm, ja schon fast heiss!
Der Seeuferweg zieht sich dann wie gehabt und wir kommen in Quinten an. Die Restis sind zu und so essen wir unsere Sandwiches, während wir auf das Schiff warten, welches uns in Windeseile nach Murg fährt. Die Sicht während der Überfahrt ist atemberaubend.
























Ha, das passt doch, fast ein Jahr seit ihr diese Wanderung gemacht habt. Eigentlich wollte ich mehr über den Bio-Hof erfahren und googlte mal los und fand euren Wander Bericht. Garadur, ein schöner Name. Vielen Dank für eueren Bericht, nur baden gehen werde ich wohl nicht :))
Liebe Grüsse
Rico aka Momo
Ihr habt so Glück mit dem Wetter. Dieser Weg von Walenstadt her, verläuftt er einmal über ein Felsbändchen? Ich erinnere mich, dass ich vor über 60Jahren mit Regula und ihrem Vater über dem Walensee unterwegs war und gegen den Schwindel kämpfen musste. Wahrscheinlich waren wir höher oben unterwegs. Diese Berge mit dem einmaligen Licht, so schön!
Beeindruckender Geissenstall! Wenn ihr das nächste Mal kommt, hat es noch Teppiche im Stall.
Wieso nicht zum Pax Mal?
Sehr schön – aber angesichts des Sees hat’s mir gefröstelt… ich komme gerade vom Schwimmen im Hallenbad. Fredi ist wieder da, von «Down Under» und hat den Frühling gebracht.
Frühling – so.toll! Danke fürs nahe Bringen dieser wunderbaren Jahreszeit 🙏
Grüsse Markus & Michel