
Donnerstag. Ein Wolkendeckel liegt über uns. Also fahren wir mit der MOB nach Les Avants. Im heruntergekommenen Restaurant bekommen wir einen wohlschmeckenden Espresso. Unmittelbar neben dem Bahnhof steigt das Weglein hinab in das Schlüchtchen. Ein Warnschild mahnt uns, nicht bei Unwetter und Gewitter hinabzusteigen. Der Weg ist voller Pilze, und schon finden wir uns in einer, wieder einmal, kalt-tropischen Urlandschaft wieder. Farne und moosbewachsene Tuffsteine zieren den Weg, den man tatsächlich vorsichtig passieren muss. Aber mehr, weil es überall so toll aussieht, als wäre man 12 Stunden mit dem Flugzeug in den Urwald geflogen. Ein toller Wasserfall gehört ebenso dazu, dort, wo das Flüsschen Baye de Montreux hinzukommt.
In Glion angekommen, kehren wir im Buffet de la Gare ein. Drei junge bärtige Jungs managen den Service sowie die Küche. Das Schoggiküchlein ist toll verziert, der Kaffee exzellent. Hier sind die Haltestellen der Zahnradbahn, die auf den Rochers-de-Naye kriecht, ebenso wie die der Drahtseilbahn hinab nach Territet. Wir fahren hinunter, besuchen kurz den See und fahren wieder hinauf. Denn wir wollen ja hinunterlaufen. Was wir nicht wissen, ist, dass es eine Treppe mit 1055 Stufen ist.
In Les Planches kreuzen wir wieder das Zahnradbähnchen. Dieses fährt über eine Metallbrücke, und Häuser stehen ringsum. Weit unten rauscht der Fluss. Es ist ein Kreuzundquer hier. Weiter gehts nun in bebautem Wohngebiet bis an den See hinunter, wo der Fluss nun in einem öden, schnurgeraden Kanal in den See fliesst.
Im Restaurant Eden machen wir es uns gemütlich, schreiben, arbeiten und schauen Fotos an. Die Stimmung ist etwas düster über dem Lac Léman, nur Richtung Genève klart es etwas auf.


































Ich wusste gar nicht, dass es im Welschland so einsame, naturnahe Orte noch gibt. Soviele Pilze, habe ich in freier Natur noch nie gesehen… Wenn das Alles Psilocybinhaltige Zauber-Pilze wären, könnten wir die ganze Welt verzaubern … sie hätte es dringend nötig.
Vielen Dank für den Report – Martin und Michi’s Berichte quer durch die Schweiz, werden von jedermann bewundert…
wunderschön! die trüben tage sind manchmal die paradiesischen.
Eigentlich wollten wir über den Col de Jaman wandern, entschieden uns aber wegen der Nebldecke auf etwa 1300 bis 1500 Metern spontan dagegen. So war die Wanderung durch die Gorge du Chauderon eigentlich eine Notfalllösung. Sie entpuppte sich aber als absolute Überraschung: eine spektakuläre Schlucht und unbedingt sehenswert!