Blick auf den Alpnachersee, Stanserhorn & Wetterhorngruppe

Montag. Ein heisser Tag ist angekündigt, und für den Abend ab 20 Uhr gibt es Wetterwarnungen der Stufe 3. Nix wie los! Wir starten in Hergiswil und schauen uns das uralte Sigristenhaus an, welches aus dem Jahr 1497 stammt und als eine der ältesten Holzbauten der Innerschweiz gilt. Dann gehts steil auf Weiden den Hang hinauf. Der Weg kürzt das geteerte Strässchen immer wieder ab und so sind wir schneller oben an der Kapelle bei Hinter Rengg als zwei Velofahrende, die wir schon weit unten angetroffen haben! Immer haben wir einen tollen Blick zurück auf den Vierwaldstättersee mit Bürgenstock und Rigi. Bald schon sind wir oben am Renggpass. Zum Glück bilden die Wolkenschleier mehrheitlich einen Baldachin, denn es ist schwül und heiss und feucht und wir sind heilfroh, kommen wir in den Wald, der sehr tropisch anmutet mit dem üppigen Grün, den Farn und Moosen an den Felsen. Auf dem Grat marschieren wir nun gegen Osten. Der Blick auf den Alpnachersee mit Stanserhorn und Wetterhorngruppe tut sich auf. Der Weg ist nun gut befestigt und im 2. Weltkrieg mit Stützmauern und massiven Steinen versehen worden, was uns Infotafeln verraten. Die beiden Velofahrenden überholen uns nun endlich und sind wohl glücklich, dass sie nicht mehr hinaufstossen müssen. Zwischendurch geht es steil bergab, wir halten erst einen kurzen Rast auf einem Baumstamm und dann auf einem Bänkli mit Sicht hinunter auf Stansstad, essen Brezel mit Camembert und landen, wie könnte es sonst sein, wieder bei einer Kapelle. Von oben gesehen dachte ich erst, es sei das Dach einer Betonfabrik. Aber Beton und Beten ist nicht das Gleiche… Unten angekommen, staunen wir ab der Brücke, auf der die Autobahn, die Zentralbahn, die Kantonsstrasse, der Veloweg und, für uns, die Fussgängerspur hinüber führt. Hier konnte man früher rüberwaten, bevor die Luzerner mit dem Wehr der Reuss den Vierwaldstättersee anhoben und so das Land fluteten. Als ob das nicht Unbill genug wäre, mussten sich die Sarner noch gegen die Franzosen im Franzosenüberfall am 9. September 1798 wehren. Die Burg zeugt noch heute davon und ist im Wappen verewigt. In der Badi kühlen wir uns ab, essen die mitgebrachte Spinatwähe, bekommen Kaffee und Glacé und dösen etwas auf der hinten liegenden Wiese rum, wo es relativ ruhig ist. Danach gönnen wir uns im nahegelegenen Bäckerei-Café noch einen Kaffee. Martin bekommt einen Nussgipfel und ich ein selbstgemachtes Himbeersorbet.
Schnell sind wir wieder zuhause. Der Sturm kann kommen…

Uraltes Sigristenhaus (Foto: Martin Heimgartner)
Aufstieg. Unten: Hergiswil, Vierwaldstättersee, Bürgenstock & Rigi
Wir sind schneller als die Velos! (Foto: Martin Heimgartner)
Gratweg
Wetterhorngruppe (Foto: Martin Heimgartner)
Sind die Inseln Kompensation für das Flugfeld? (Foto: Martin Heimgartner)
Prächtige Kulisse!
Blick zurück: Pilatus (Foto: Martin Heimgartner)
Die Höhle eignet sich nicht zum Wohnen. Zu kalt, zu nass. (Foto: Martin Heimgartner)
Etwas ausruhen (Foto: Martin Heimgartner)
Stansstad & Bürgenstock (Foto: Martin Heimgartner)
Stansstad mit Hafen und Burgruine, die im Wappen steht (Foto: Martin Heimgartner)
Stanserhorn mit Cabrio-Seilbahn (Foto: Martin Heimgartner)
Die Achereggbrücke
Ob das Schiff unten durchpasst?
Die Burgruine
Die Tour