Der Iffigsee

Freitag. Von Lenk aus nehmen wir ein kleines Postauto, welches uns hinauf zur Iffigenalp schraubt. Ein pensionierter Touristenführer plaudert pausenlos ins Mikrofon und verkündet eine ganze Salve von Informationen. Einige sind interessant wie die, dass hier das älteste Schwefelbad existiert, andere sind einfach nur falsch, z.B. dass das Zuwachsen mit Sträuchern und Bäumen auf den Weiden mehr Erdrutsche verursachen würde. SVP-Propaganda at its best… Die Landschaft ist wie in einem 3D-Ankerbild: Der dank starken Niederschlägen in den letzten Tagen imposante Iffigfall direkt in einer Kurve, das Grün der Wiesen und die steil aufragenden Berge ringsum. Auf der Iffigenalp gibts Aprikosenkuchen und Kaffee. Vor dem Zugang zum WC ist eine 20-köpfigen Kolonne Frauen, welche ganz natürlich auch das Männer-WC in Beschlag nehmen. Zum Glück gibts auch ein Urinoir, zu welchem ich mich durchkämpfe.
Dann beginnt ein beispielloser Aufstieg in dieser Landschaft, wo der Sonderbundkrieg anno dazumal tobte. Auch eine Anekdote des Touristenführers. Wieder ein Wasserfall, die letzten Lärchen, eine Bergspitze, dem Matterhorn zum Verwechseln ähnlich, dann ein Tümpel. Ist das der Iffigsee? Nein! Denn dieser kommt nur wenig später zum Vorschein, eingebettet zwischen Bergen und Weiden liegt er wie ein Juwel und glitzert zwischen Aquamarin und Türkis, je nach Blickwinkel. Wir rasten am schönsten Plätzchen und springen ins 11 grädige Nass, wie mir mein Winterschwimmer-Gatte plausibel die Temperatur schätzt. Dann gibt es Spaghetti. Beim Weitergehen heept (Berndeutsch: Rufen) uns Paul, der Alphirte, von seinem Häuschen her an und lädt zu Nescafé ein. Wir gehen trotzdem hin und bezahlen auch ordentlich. Er schätzt das Schwätzchen und lässt uns ziehen. Wir haben noch was vor: Den Tungelpass. Dorthin hinauf führt uns der Weg, wieder an Kühen vorbei, welche liegend Siesta halten und genüsslich wiederkäuen. Das Alpenpanorama kommt hinter den Bergen langsam aber stetig hervor. Sogar der Eiger zeigt sich! Durch eine Felswand hinab geht es dann über eine riesengrosse Alp, die Stiertungel, und weiter zur Alp Chüetungel. Der Tungelbach kommt von einer gewaltigen Felsarena her, ergiesst sich über den Tungelschutz hinab und vereint sich dort mit dem Louwibach. Tolles Kino! Was „Tungel“ bedeutet, versuchte Martin schon früher rauszufinden, bekam aber keine befriedigenden Antworten. Ich denke, es heisst ganz profan und einfach „Kuhfladen“.
Nach dem steilen Abstieg zum Louwenesee gönnen wir uns eine Stärkung im lauschigen Restaurant, wo die Kleinkinder noch nackt (!) herumspielen dürfen, was das Fotografieren etwas erschwert…

Iffigenalp (Foto: Martin Heimgartner)
Grüässäch mitänang!
Kleinerer Wasserfall
Iffigsee mit Matterhorn?
DAS ist der Iffigsee!
Lauschiges Plätzchen am Iffigsee
Der Badebeweis (zensiert und Jugendfrei)!
Happahappa!
Die Alp von Paul und seiner Frou.
Noch einmal der Iffigsee.
Das Alpenpanorama mit Eiger! (Foto: Martin Heimgartner)
Auf der namenlosen Passhöhe unterwegs zum Tungelpass, Blick nach Westen.
Blick nach Lenk.
Alp Stieretungel
Abstieg durch die Felswand.
Abstieg durch die Felswand.
Die Felswand mit drei roten und einem gelben Männchen (Foto: Martin Heimgartner)
Auf dem Tungelpass
Eeeh sälüüü!
Sie legt sich entspannt vor mir nieder… (Foto: Martin Heimgartner)
Felsenarena
Abstieg (Foto: Martin Heimgartner)
Chüetungel
Tungelbach
Steiler Abstieg zum…
Louwenesee.
Die Stärkung am Louwenesee.
Der Louwenesee.
Der Tungelschutz.
Martins Jugenderinnerung: Das Moos zwischen den Bäumen.