
Donnerstag. Die erste grosse Tour heuer! Vor vier Jahren kletterten wir zum ersten Mal auf den Plan de la Douve, den Berg im Osten, den wir vom Chalet aus sehen. Wir starten an der Haltestelle „Les Bouraz“ bei Étivaz um halb neun. Der Aufstieg zum Col de Base meistern wir in eindreiviertel Stunden, vorbei am Haus von Rocky Docky, durch den relativ jungen Wald auf dem Schuttkegel, bewachsen mit Orchideen, Wildrosen und sonstiger schöner Alpenflora. Dann wollen wir Richtung Süden über die Geröllfelder traversieren, was wir dann, trotz knapp sichtbarem Weg, sein lassen. Zu gefährlich. Also gehen wir unten rum und benötigen deswegen etwa eine Dreiviertelstunde länger als geplant. Aber es läuft uns bestens, auch, weil wir im Lädeli in La Lécherette Guetzli und Käsekracker aus lokaler Produktion gekauft und ab und zu davon geknabbert haben. Wir kommen auf der scheinbar plafonierten Grasfläche an, erfreuen uns erneut an der tollen Aussicht mit den dekorativen Wolken und fühlen die Steinböcke in uns. Die Tupperwares, die wir damals aus Versehen unter einem Felsen vergassen mitzunehmen, wurden wohl von einer guten Seele entsorgt; sie sind nicht mehr da.
Vor dem Abstieg erklimmen wir die Grasfläche zum obersten Punkt, der noch gefahrlos gangbar ist, und geniessen kurz die neue Perspektive. Wir sind übrigens mausbeinallein hier oben, nur die Töfflibuben, welche mit ihrem nervigen Motorgedröhne den Col des Mosses abfahren, sind zu hören.
Nach etwa zweieinhalb Stunden sind wir wieder unten im Tal bei Gérignoz und gehen, diesmal auf dem Veloweg, in die Badi runter und entdecken oberhalb des Wasserfalls Cascade de Ramaclé eine Kluft, aus der das Wasser über mehrstufige Becken herabplätschert.
Ein Bauernhof bietet selbst gemachte Glacé an, welchen wir nicht widerstehen können. In der Badi gibts zuerst einen Doppio, dann Wasserrutschen und Baden im kühlen Nass. Der Bademeister hat nur Augen für ihn bewundernde junge Buben und üppige Frauen, die sich auf den Bänken am Bassinrand räkeln, so dass er immer nervöser von einem Bein aufs andere hüpft, sich mehrmals im Schritt kratzt und fast auf die Nase fällt.























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