
Freitag & Samstag
Ferien! Wir gönnen uns wieder ein paar Tage im Chalet. In Zweisimmen bestaunen wir wieder mal das Umspurwerk. Leider fährt gerade kein Zug darüber. Als wir mit dem Bus in La Lécherette ankommen, fängt es an zu rieseln. So gönnen wir uns erst mal einen Kaffee aus dem unbemenschten Lädeli, wo man zwar alles mit Karte bezahlen kann ausser Kaffee. Dann schleppen wir unsere Rollkoffer und die Einkaufstaschen durch die nassen, hohen Gräser. An einem Baum hängt ein Zettel. Darauf steht, dass die Schreibende gerne das ganze Jahr über im Chalet wohnen würde und ob es zu vermieten wäre. Auf dem Scheiterstock ist noch ein zweiter Zettel, diesmal in Form einer schönen Karte und mit sorgfältiger Schrift geschrieben, dieselbe Frage, aber eben etwas schicker. Waren wir zu lange nicht mehr hier oben?
Am nächsten Tag, es ist Samstag, marschieren wir den Erdbeerweg hinab nach Les Moulins. Doch oh weh oh graus, schon war der Fadenmäher schneller! Im Dorf kaufen wir im Käseladen Käse und stellen fest, dass hier ein kleiner Markt aufgebaut ist. Aber wir wollen zu Yaëlle und Bastien und ihrem Biomarkt, der heuer nun sogar bis 12:15 h offen hat. Welch Glück, denn wir werden im Bricolage-Laden vom Besitzer aufgehalten, der in unendlich langsamer Weise nach einem Vierkant-Schloss sucht, welches wir für den Sicherungskasten benötigen. Zum Glück ist noch genug Gemüse da, die beiden begrüssen uns erfreut, und auch die jungen Poules quietschen vergnügt, als wir ihnen Löwenzahn füttern. Im Nachbarhaus halten wir einen kleinen Schwatz mit Daniel, welcher sich ob „les deux garçons“ sehr freut und sein Berndeutsch etwas auffrischt.
In der Badi essen wir endlich Pizza Vegetariana. Der Garçon, ein sehr junger und aufgeweckter Bursche, frisst uns fast auf, erst recht nachdem ich sage, welch „belles couleurs“ auf der Speisekarte seien. Dann absolvieren wir den Vita Parcours, welchen wir wegen seiner Herzigkeit bereits fest ins Herz geschlossen haben. Auf der Endtafel steht, dass man am Schluss noch einmal alle Stationen abrennen soll und die Zeit messen. Wir benötigen 2’35“. Wir sind stolz, dass 3 Minuten für unter 25 Jährige „excellent“ sind!
Zurück im Bad schwimmen wir eine Runde, gehen auf die Wasserrutsche (Toboggan), als wir eine riesige Rauchsäule erspähen, die vom oberen Dorfrand aus in den Himmel steigt. Von der kleinen Plattform der Rutsche aus sehen wir ein Bauernhaus brennen, lichterloh! Es gab einen lauten Knall, wohl eine berstende Gasflasche. Danach sind die Flammen überall. Die Feuerwehr kommt erst, als sich die Brunst schon tief in das mittlere Geschoss gefressen hat. Alle sehen nun gebannt hinauf und viele halten wie erstarrt das Handy und filmen. Merde!
Einkaufen und mit dem Bus zurück ins Häuschen, mähe ich erst mit dem Faden- und dann mit dem Rasenmäher die Wege ums Haus und das Terrässchen, solange alles noch etwas nass ist, was meinem Heuschnupfen etwas entgegen kommt.
Sonntag. Kleine Wanderung zum Berggasthaus Monts-Chevreuils. Der Weg führt durch ein unbeschreiblich schönes Feuchtgebiet mit Tausenden von Orchideen, Knabenkräutern in Pink und Weiss. Die Dame kommt uns bekannt vor, und wir ihr auch. Es ist diejenige, die uns vor eineinhalb Jahren in La Comballaz zweimal dieses unvergleichlich feine Fondue serviert hat, welches wir im T-Shirt mitten im Winter draussen verspeisten. Hier und jetzt ist es gefühlt viel kälter, und ich bin froh, kann ich über dem Hoodie noch das Vlies anziehen! Die lustigen Etrott, welche man hier mieten kann, haben vorne und hinten einen Motor, mit welchen man mühelos 50 km in den Bergen herumdüsen kann, den Akku als Rucksack auf dem Rücken. Nicht dass wir es täten…
Zurück gehen wir über einen kaum begangenen Weg, welcher ebenfalls mit unzähligen Blumen und reifen Walderdbeeren, mit denen wir uns nun endlich den Bauch noch voller schlagen, gesäumt ist. Zurück im Chalet bereiten wir alles vor und vollführen ein Body Attack auf dem gemähten Terrässchen, mit Megaboom-Lautsprecher und Fernseher im Fensterrahmen. Es ist ausserordentlich schwierig und anstrengend, die Balance zu halten auf dem unebenen Gelände mit lauter Mauslöchern und Sonnenschirmständer-Abdrücken. Eine fette Schnecke fühlt sich offenbar inspiriert und kriecht auf dem Lautsprecher herum.











So schön, wieder an euren Erlebnissen teilnehmen zu können. Und diese Blumen!!! Ich freue mich sehr auf einen Aufenthalt im Chalet. So schöne Fotos. Die Schwiegertochter von Burris hatte vor Jahren am Hang wo es brannte, einen Bauernhof gekauft. Aber ich weiss nicht genau wo. Vielleicht haben sie auch wieder verkauft und sind nach Kanada zurückgegangen.
Wir wünschen euch wunderschöne Tage!
WOW – ich wusste gar nicht, dass es in der Schweiz Umspur-Einrichtungen gibt. Dabei war ich oft in Zweisimmen in den 50 bis 60er Jahren – im Militär. Leider habe ich keine Angaben über die Spurweiten gefunden.
Toll von Euch wieder schöne Fotos geniessen zu können – Danke.