Goldlärchen

Donnerstag. Baden im Gold! Das ist heute das Motto, denn es ist der perfekte Tag, um die goldigen Lärchen im Nationalpark zu bestaunen. Nach einer abwechslungsreichen, 4-stündigen Fahrt kommen wir in Il Fuorn mit dem Postauto an. Hier stiegen wir vor drei Jahren ein, als wir rund um Müstair unterwegs waren, und hängen somit unsere heutige Wanderung an der damaligen an.
Das Restaurant ist noch offen, und auf der Terrasse ist es genügend warm, um im T-Shirt an der Sonne zu essen. Erst zwei junge Frauen sitzen an einem der Tische an der Hauswand. Wir besetzen den zweiten und müssen aber erst mit mittelgrossen Steinen die Holzbank stabilisieren. Es gibt einen feinen Herbstteller. Laut Google Maps ist das Hotel/Restaurant LGBTIQ-freundlich, was uns sehr freut. Die beiden jungen Damen neben uns jedenfalls lassen sich noch für ein kurzes Schwätzchen ein, nachdem sie etliche Ansichtskarten geschrieben haben. Die Regenbogen-Schwingung in der Luft ist spürbar, und auch beim 2. Wirt, welcher abräumt, kommt sie rüber.
Wir brechen auf, bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein, und sogar der abnehmende Mond lacht uns noch eine Weile an. Hier oben dominieren noch die grünen Kieferngewächse. Es riecht stark nach den gesunden Terpenen, welches aus dem Holz und den Zäpfchen strömt. Letztere knistern und knacken überall schelmisch, wenn sich wieder eines der verholzten Tragblätter im wärmenden Sonnenlicht öffnet.
Es geht erst hinter einem kleinen Güpflein namens Muottas Champlönch durch, wo wir auf eine hübsche Hochebene kommen. Auf dem Bächlein, welches lustig dahingluckert, sind noch viele Reste von Eis übriggeblieben, die sich in der Nacht gebildet haben und nun am Licht langsam dahinschmelzen.
Es herrscht „Mondklima“, wie ich zu sagen pflege: An der Sonne heiss (T-Shirt und die Hosen raufgekrempelt mangels kurzen Hosen), am Schatten kalt und eisig. Eben wie auf dem Mond. Nur, dass es dort, mangels Atmosphäre, an der Sonne 100°C heiss und am Schatten -100°C kalt ist!
Ein Familienvater mit 2 Töchtern und Kinderwagen kommt uns entgegen. Wir sahen ihn beim Hinauffahren beim P1 (Parkplatz Nr. 1 mit gleichnamiger Haltestelle) aussteigen und wundern uns, was sich die Leute so alles antun.
Ab hier geht es dann los mit diesem betörenden Orange-Gelb, welches die Lärchen im Herbst während wenigen Tagen so atemberaubend leuchten lassen. Auch hier lasse ich die Bilder sprechen.
An einem geeigneten Rastplatz geniessen wir das Guezli, welches wir am Morgen im Hiltl gekauft haben, und machen uns dann auf, hinab und hindurch durch das Lichtgold, nach Zernez. Hier gibts in einer Bäckerei noch einen Doppio und eine je eine halbe Zwetschgenwähe. Zum Znacht bleiben wir nicht, denn es stellt sich leider heraus, dass das Dorf eine Covidioten-Hochburg ist: Überall hängen Anti-Covid-19-Gesetz-Plakate mit haarsträubenden und auch falschen Behauptungen darauf. Wir flüchten nach Landquart und essen im Restaurant „Binari“ noch einen Herbstteller, der noch feiner und köstlicher ist!

Morgennebel in Horgen
Der Beginn: Il Fuorn
Grüne Kieferngewächse
Während dem kurzen Aufstieg
Eisreste auf dem Bächlein
Wirklich!
Der kleine Goldbär auf der kleinen Hochebene
Das Gold ist in Griffnähe
Links die kalte Strasse oder rechts der sonnige Wanderweg?
Goldlärchen
Goldlärchen
Goldlärchen
Goldbären zwischen Goldlärchen
Farbenpracht
Das Postauto tarnt sich als Goldlärche
Goldlärchen
Goldlärchen
Goldlärchen
Goldlärchenzäpfchen
Goldlärchen
Goldlärchen
Goldlärchen
Galerie über der Passstrasse
Goldlärche als Pippi Langstrumpf
Goldbär zwischen Goldlärchen
Goldbär verschmilzt mit Goldlärchen