
Freitag. Wir haben wieder mal Grosses vor! Ganz verwegen wagen wir uns ins Ausland, zu unseren nördlichen Nachbarn, nach Deutschland. Zu Fuss. In Schaffhausen nehmen wir das Postauto, welches uns über verschlungene Wege schliesslich und endlich nach Hofen schaukelt. Von hier laufen wir über Büsslingen nach Binningen, wo wir den Schaugarten Syringa besuchen. In dieser Oase der Ruhe und der Düfte treffen wir Gerhard, eine Zug-Bekanntschaft von Martin, und seine Frau Renate. Im Corona-Jahr hat sich zwischen ihnen und uns eine intensive Mail- und Blogbekanntschaft entwickelt. Gerhard ist ein begnadeter Fotograf, und wir schauen uns immer wieder mit Wonne seine Bilder auf dem Beamer an. Unter einem romantischen Kirschbaum erwarten wir sie, und schon brausen sie mit ihrem sportlichen Auto heran. Es ist eine äusserst herzliche Begegnung, wir tauschen uns endlich mal live aus. Sie bringen allerlei Leckereien mit, von Kaffee bis Bisquits. Und wir werden weiter reichlich beschenkt: Selbstgemachte Rosenkonfitüre, ein feines Körnerbrot und das Buch über die Festung Hohentwil, wo Gerhard mit Bild und Text beigetragen hat. WOW!
Dann gibt es Teil 1 der Führung durch den Duftgarten. Was es da alles gibt! Natürlich Lilien, Päonien (Pfingstrosen), Kräuter und Tees. Viele Pfefferminzssorten, ein „Frischer-Brötchen-Strauch“, der tatsächlich nach Brötchen, die gerade aus dem Ofen kommen, riecht. Sogar der brennende Busch „Diptam“ blüht hier überall, und ja, der kann sich tatsächlich selbst entzünden! Pause. Trotz Gewitterwolke, die sich über uns ausbreitet, ist es tropisch heiss. Wieder unter dem Kirschbaum, gibt es unser selbst mitgebrachtes Essen. Dann geht es weiter zu Teil 2 der Führung. Gerhard und Renate wissen fast zu jeder Pflanze eine Anekdote zu erzählen. Es ist spannend, und die Duftorgie ist schon fast halluzinogen. Dank meiner Medikation mit Antihistamin noch intensiver…
Wir kaufen zwei Lilien, die uns besonders gefielen: Schokoladenlilie und Aurelia. Dazu gibts an der Kasse noch eine gestreifte Tigertomate oben drauf. Hier finden wir nun auch die Bilderausstellung von Gerhards Meisterwerken.
Eine rasante Spritzfahrt, wobei uns Renate ihre Fahrkünste vorführt, bringt uns noch auf den alten Watterdinger Postweg, von wo aus wir die herrliche Aussicht auf die Hegauvulkane geniessen und endlich sehen, wo Gerhard jeweils diese spektakulären Fotos schiesst, wo man die Alpen im Hintergrund grandios emporragen sieht. Leider ist es etwas diesig, doch wir erahnen die ganze Pracht. Danach werden wir bis an die Grenze chauffiert, und wir fahren die ganze Busreise rückwärts nach Schaffhausen und weiter nach Hause.
Was für schöne Eindrücke, wir sind immer noch ganz betört!





























Wenn wir wieder etwas mehr reisen können, wird dieser Schaugarten sicher auch einmal unser Ziel sein. Unglaubliche Bilder. Schönes Bild mit Gerhard und Renate. Ich freue mich immer, wenn ich Michael auf den Gruppenbildern so locker sitzen sehe. Dabei muss er ja alles einrichten und dann an den Platz spurten.
Goldbärglück: Die beiden Goldbären sehen wirklich glücklich aus.
Die Digital wiedergegebene Farbenpracht ist schon betörend, wenn auch nicht Alles dargestellt werden kann… wie Du schreibst (Dunkelviolett). Es ist sowieso ein Wunder, wie ein Auge so viele Farbnuancen unterscheiden kann – Dank dem angeschlossenen Bio-Computer.
Über die vielen Vulkane an der nördlichen Landesgrenze weiss ich eigentlich nichts, ich dachte immer er sei nur der Hohentwiel. Zu meiner Schulzeit wurde ja nicht einmal die ganze Schweiz vorgestellt – ausser Fantastereien über unzählige Pfahlbau-Siedlungen – ich kam mir immer vor wie ein Pfahlbauer… Es hat sich dann ganz anders herausgestellt, als auf den Schulwandbildern im Format 100 x 80 cm².