Donnerstag. Wie froh sind wir um unseren Hausberg, der inzwischen wieder vereist und verschneit ist! Fast mit jedem Höhenmeter ändert sich die Temperatur, und entsprechend auch die Art und Weise, wie das Wasser seine kristallinen Formen zur Geltung bringt. Es gibt Reifen, glattes Eis auf den Strassen, Pflotsch-Schnee, Pulver-Schnee und Nadeleis an den Pflanzen. Da es ziemlich düster ist und nicht viel Licht-Energie herrscht, nehme ich mein kleines LED-Lämpchen zur Hand, welches ganz hübsche Effekte hervorruft.


Auf der Lägern Hochwacht angekommen, essen wir das Mitgebrachte vor dem geschlossenen Restaurant. Urs und Irene, die Betreiber, haben auf unser Neujahrsmail geantwortet und meinten, dass 2020 trotz grossen Einschränkungen ein gutes und strenges Jahr war. Das freut uns sehr, weil wir die Einkehrmöglichkeit doch sehr zu schätzen gelernt haben.

Beim Biobauern Eberhardt gibt es wieder grosse Eier, und so kaufen wir 10 Stück davon. Das grösste davon sieht aus wie mit dem 3D-Drucker kreiert. Darin befinden sich, oh Wunder, zwei Dotter! Das erinnert mich an früher, als ich mit meiner Mutter in den 70er-Jahren in Hedingen bei der Bäuerin Steinbrüchel jeweils Eier kaufen gingen und es jedesmal ein Fest war, wenn wir ein „Doppel-Ei“ erwischten. Aus diesem und einem weiteren Ei mache ich eine Art Omelette, indem ich eigentlich Spiegeleier brate, jedoch die Dotter aufsteche, so dass sie in einem gelben Rund zerfliessen, und das ohne rumzurühren, aber mit aufgesetztem Deckel.


Auf dem Grat laufen wir bis zum „Herzigen Weglein“, vorbei an grandiosen Strukturen in gross und klein.






Freitag. Von Niederweningen Dorf aus stechen wir über die Sandhöli hinauf zum Steinhof, wo die 3 Pfauen auf einem Vordach kauern und vor sich hin schlottern. Die Hühner gackern leise vor sich hin, kein Radio läuft (ich berichtete am 10. April darüber). Dann steigen wir das „Diagonal-Weglein“ hinauf und landen schon kurze Zeit später auf dem Burghorn. Hier zieht sich Martin trocken an und wir essen Zmittag: Green-Mountain-Bolognese mit Dinkel-Teiggis und einen üppigen Salat, den wir gar nicht aufzuessen mögen. Die Eislandschaft zieht uns völlig in den Bann, und wir sind froh, nicht in die Berge reisen zu müssen, um das zu sehen.








Hier noch ein bewegter Einblick für alle zuhause Gebliebenen:
Ich staune immer wieder, wie der Lägern-Mittelgrat im Winter fast leichter zu begehen ist als im Sommer – vorausgesetzt, dass griffiger Schnee liegt. Dann sind die charakteristischen schrägen Steinplatten zugedeckt, und man geht sicher auf topfebenem Grund.
Das gilt natürlich nicht für den hochalpinen Westgrat Richtung Baden, den wir bei Nässe, Schnee und Eis meiden.
„Der bewegte Einblick für alle zuhause Gebliebenen“ hat mich begeistert. Das Knirschen des Schnees und die schönen Bilder!
Das Bild mit den „Schneebären“ mit kurzen Ärmeln auf dem Gipfel ist auch eindrücklich.
Was erneut für perfekte Aufnahmen, wie im Wintermärchen! Es ist mir immer eine Freude, nachzulesen, was ihr wieder unternommen habt. Vielen Dank, dass wir immer wieder an euren Unternehmungen teilhaben dürfen 🙂.
Herzlichst deine Schwester und deine Schwägerin
Barbara
Wunderbar auch der Winter – das knirschen unter den Schuhen ist wie 4D…
man meint man sei dabei – wenn man das Fenster öffnet und so die Kälte auch noch spürt.
Ich staune die Zeichnung im Schnee – digital ist phänomenal…
Schön, dass es dir gefällt! Dafür habe ich es gemacht 🙂
Wir waren mal zusammen auf dem Üetliberg, als es auch so verschneit und vereist war, und haben Fotos gemacht, noch analog. Die waren zu unserem Erstaunen aber auch schon ziemlich gut. Cool ist heutzutage, dass man selbst an der Entwicklung rumschrauben und so Details rauskitzeln kann. Und die Helligkeitsdynamik ist nicht zu vergleichen mit früher…