Freitag. Ein Grollen kommt aus dem dichten Nebel. Doch erst, als wir nahe daran vorbeigehen, erkennen wir, was es ist. Einer dieser riesigen Zuckerrübenberge wird von einer Maschine abgetragen und per Förderband in bereitstehende Lastwagen gekippt. Wenn dieser leer ist, und das war er just als wir neben ihm stehen, macht es einen Krach, dass man sich die Ohren zuhalten muss. Subventionierter Schweizer Zucker, naja, wers braucht…
Was wir brauchen, ist Vitamin D. Aber nicht nur aus dem Fläschchen, sondern auch per Sonneneinstrahlung. Deswegen bewegen wir uns wieder mal auf unseren Hausberg, der glücklicherweise 853 müM hoch ist. Genug, um dem Nebel zu entfliehen, wie die Webcam von der Rigi aus uns verrät. Und tatsächlich, was wir oben vorfinden, blendet uns schon fast gleissend. Polarisationsfilter vor die Augen und die Kamera, und ab geht die Fotopost.







Das Restaurant Hochwacht ist geschlossen. Schon am Gatter, wo steht „Tor zum Paradies“, hängt nun ein Zettel mit der Information, dass „aus gesundheitlichen Gründen“ bis am 22.12. nichts läuft. Wir rechnen zurück. 22 – 10 = 12. Am 10. Dezember waren wir hier und werweisten noch, ob wir ins Restaurant gehen und was Trinken sollen. Wir taten es nicht. Am 12. wurde dann wohl ein Personalmitglied positiv getestet und die ganze Crew musste in Quarantäne. Wir wären also voll in den Hammer gelaufen.
Da wir unseren Sonnenhunger noch weiter stillen möchten und sowohl auf der Aussichtsplattform als auch ringsum etwas gar viel Volk versammelt ist, gehen wir auf dem Grat zurück zum „herzigen Weglein“. So bezeichnen wir den 2. Abstieg in dieser Richtung. Die Aussicht und die bereits sehr schräge Sonne verleihen dem Nebelmeer mehr und mehr Gold.



Beim Abstieg gibt es weitere Highligts. Das AKW Leibstatt pufft ein rosa Wölkchen aus dem Nebelmeer, und die Beteigeuze (eifrige Leser wissen, dass damit die Radarkugel auf der Hochwacht gemeint ist) stösst einen pinken Laserstrahl aus und sieht fast aus wie das Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaii. Es ist aber nur der Jetstrahl eines Fliegers, von denen es inzwischen nicht mehr so viele am Himmel gibt und man sich schon wundert, wenn man wieder mal einen sieht.


Es gibt gar nicht genug schöne Worte, um die prächtigen Bilder zu beschreiben. Das Besondere sind die Details, die neben dem Nebelmeer so Eindruck machen. Sind es einfach so Details?
Eigentlich möchte man sich zu den Goldbären aufs Bänkli setzen.
Die Bilder tun denjenigen, die unter dem Nebel geblieben sind, richtig gut. So eine Art Bildtherapie.
Was für eindrückliche, wunderschöne Aufnahmen und wie wohltuend in dieser angespannten Corona Zeit!
Ich wünsche euch noch ganz viele solche speziellen Naturbegegnungen.
In Höngg hat man auch so einen dauernd aktiven Kamin vor der Nase… er soll aus der Kläranlage ragen. Wieso die den Brüdendampf nicht in ein Wasserbecken leiten können, wie ehedem bei den antiken Dampfmaschinen, entzieht sich meinen Kenntnissen. Vielleicht ging die Technik verloren, bei der Winterthurer «Russen-Firma»…
–> https://www.tlv.com/global/DE/system-solutions/flash-steam-condenser.html