Seit gestern ist astronomischer und kalendarischer Frühlingsanfang. Die Kirschblüten sind aufgegangen in Zürich, so sehe ich in meinem sozialen Netzwerk meiner Wahl. Normalerweise gehe ich selbst durch die Strassen und sauge und schnüffle den Duft, die Farben und die Formen auf. Zwar gibt es auch auf dem Land viele Blumen und Bäume, aber Kirschblütenalleen gibt es hier nicht. Auch der schöne Sihlfeldfriedhof wird mir diesen Frühling vergönnt sein…
Am morgen gibt es Komputer-Support via Telefon und ein längeres Gespräch mit meiner ältesten Schwester. Sie hält Kontakt zu Italien, genauer einem kleinen Dorf in den Hügeln der Toscana. Natürlich kann sie nicht in ihr Häuschen, da die Grenzen dicht sind. Sie erzählt mir, wie die Bewohner sich an die Ausgagssperre halten müssen. Wie die Kinder zu hause eingesperrt sind. Die Carabinieri ziehen das rigoros durch. Italien will unbedingt vermeiden, dass sich der Virus nach Süden ausbreitet, wo die Situation in den Spitälern schon im Normalzustand prekär ist.
Nach dem Zmittag, welches aus den Resten von gestern und aus Chiccorino-Rosso-Kastanien-Mascarpone-Sosse an Stracci Di Farro-Teiggis (Emmer), Sellerie-Pastinaken-Rüebli-Suppe und Salat besteht, und nach dem Expresso mit einem Stückchen 100%-Schokolade, gönnen wir uns wieder mal etwas Sport. Les Milles, die weltweiten Anbieter verschiedener Ertüchtigungstrainings in Gruppen, stellt im Netz gratis ein vollständiges Video zur Verfügung. Die Sportcentren weltweit machen dicht, und so können sie sich natürlich bei ihren Kunden beliebt machen. Wir beamern das Video an die Wand und streamen uns auf Facebook. Danach gibts Eiweiss in Form von selbst angebauten Sprossen. Man wird eben kreativ, wenn man Zeit hat.
Martin ist seit Jahren bei einer genialen Optikerin in Behandlung. Sie hat ihm eine Reihe von Übungen mitgegeben, welche er zu hause absolvieren kann. Eine davon haben wir nun im Sternenzimmer fest installiert und besteht aus einem Tennisball, der an einer Schnur befestigt ist. Man lässt den Ball vor einem je sechs Mal pendeln und kreisen und hält sich dabei abwechselnd das linke, das rechte und gar kein Auge zu. Das verbessert die Beweglichkeit und das Scharfsehen in der Nähe.
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