
Montag. Noch immer ist es heiss am Tag, und das am 2. Oktober. Martin möchte mir die Gryden zeigen, eine leicht unheimliche Gegend auf 2000 Metern Höhe, welche durchzogen ist mit tiefen Kratern, auf deren Rändern sich mit der Zeit schmale Wege herausgebildet haben, auf denen man wandeln kann. Martin war schon als Jugendlicher mit Bruder und Eltern hier, und das eher schlechte Wetter hat ihnen eine noch unheimlichere Erfahrung beschert. Jetzt, bei eitel Sonnenschein, sieht man in manch einem Trichter sogar bis auf den Grund, der schon mal 10 Meter oder mehr tief sein kann. Man muss schon aufpassen, das scharfe Gestein würde einem beim Hineinfallen wüste Wunden ins Fell schneiden. Also attention!
Erreichen tut man die etwa einen Quadratkilometer grosse Zone am bequemsten via Gondelbahn von Lenk hinauf zum Leiterli auf dem Betelberg und dann auf dem Höhenrundweg.
Nach dem Spektakel verköstigen wir uns bei der Schutzhütte am Rand des Gebietes mit Selbstmitgebrachtem und verlassen es durch ein kleines Vieh-Törchen wieder. Hier ist wieder Kuhweide, als gäbs nichts anderes…
Hinab hüpfen wir dann Richtung Lauenen, machen einen kleinen Abstecher zu unserer Lieblingsbeiz bei der Rohrbrücke und nehmen den Wanderweg am Louwibach unter die Füsse. Kaum losgelaufen, kommen wir an einem Biohofladen vorbei, der Alpkäse von Kuhdungel verkauft. Wir nehmen 400 g vom 2021. Räss läss! Anstatt wie angeschrieben in zwei erreichen wir Gstaad in knapp anderthalb Stunden. Robbie Williams sehen wir genausowenig wie Madonna, dafür ein Metallkalb, gesponsert u.a. von Liz Taylor. Sympathischer als der Stier an der Wall Street in Manhattan. Die Schönen und Reichen verkehren ja bekanntlich schon länger hier. Auf dem Dorfplatz, umgeben von Prada, Cucchi, Moncler und der Maddox-Gallery, packen wir unser Tupperware aus und schmausen noch den Rest Pasta. Die Reichen beäugen uns von den teuren Sesseln in den teuren Strassen-Cafés aus. Immerhin: Das Early-Beck bewirbt seine Produkte wieder in Deutsch. Ob man wohl auch wieder in seiner Muttersprache bestellen kann? Wir gehen daran vorbei und nehmen den Biokaffee vom Automaten im Coop.



























Das sieht ja teuflisch aus – die grossen Löcher an der Grenze zum Welschland. Diese waghalsigen Velofahrer sind ja noch frecher als ihr beiden bärtigen Touristen… Das Schweizerkalb am Brunnen sieht eher unterernährt aus, darum hat es sich metallisiert.
Superman, Wonderwoman und Batman sind alle dreie vollgefressen… wie es sich gehört aus dem Trumpland.