
Donnerstag. OK, es ist der Donnerstag vor einer Woche. Also noch vor dem grossen Schnee und dem Kälteeinbruch. Der Ausflug ist aber so schön, dass ich ihn hier noch einfüge. Auf die Rigi Scheidegg kommen wir mit dem putzigen, leuchtgrünen Seilbähnchen, stossen durch eine Wolkenschicht und landen in der gleissenden Sonne. Ein junger, beiger Labrador tollt sich das erste Mal in seinem Leben im Schnee und ist mit diesem Overflow an Informationen beschäftigt, was drollig anzusehen ist.
Auf halber Berghöhe hat es noch mancherorts Wolkenschichten und über dem Vierwaldstättersee ein waberndes Nebelmeer. Immer wieder schön! Etwas unterhalb essen wir im Bergrestaurant Burggeist Zmittag und sind angenehm überrascht über die Sorgfalt und Qualität der dargebotenen Lokalität und Speisen bis hin zum Geschirr.
Wohlgesättigt machen wir uns auf den Weg, welcher auf dem alten Eisenbahntrassee angelegt ist und berauschen uns immer wieder aufs Neue an der Augenweide der Aussichten. In Unterstetten, auf dem tollen Terrässchen, von welchem man fast senkrecht zum See hinunter sieht, trinken wir etwas und sind etwas enttäuscht, dass die Gastgeber nicht mehr zu wissen scheinen, dass es hier vor Corona noch leckeren Lebkuchen gab. Nun gibt es nur noch Convenience-Gebäck, welches wir aber verschmähen und uns auf das nächste Resti in Kaltbad freuen: Alpina. Zwei bebartete Männer, einer mit einem grossen Schnauzer, bedienen uns freundlich. Sitznachbarn können wohl nicht anders und fragen den einen, ob sie verwandt seien. Dieser scherzt zurück, ja, das ist meine Cousine. Anscheinend werden nicht nur wir wegen unserer Gesichtsbehaarung mit mehr Fragen als andere beglückt.
Wir besuchen noch kurz die Kaltbad-Kapelle, tauchen einen Finger in das kalte Quellwasser, welches aus der Felsspalte tröpfelt und zwängen uns dann in den brandneuen Stadler-Zahnrad-Bandwurm, welcher uns bequem nach Vitznau hinunterfährt, während es draussen eindunkelt. Die meisten besteigen nun das Schiff, welches, wie inszeniert, gerade anlegt. Als wir mit dem Bus nach Küsnacht fahren, sehen wir es noch ein paarmal sich durch das Wasser pflügen.

















Die herrlichen Bilder bringen Sonne zu uns und tun gut. Für einige Minuten ist die Hochnebeldecke vergessen. Den Pfeil habe ich angeklickt und mit Erstaunen den „kochenden Nebel“ beobachtet. Ich hoffe sehr, dass wir am Wochenende die Sonne auch bei uns sehen werden.
Der Goldene Überfluss der Welt wird soeben über Bord geworfen… Herr Keller.
Auch die «Eisheiligen» der Physik (ETH) sind schon von alle Winden zerzaust oder eingefroren in der Ewigkeit… ;-(