Neun Uhr, aufstehen, aus dem Fenster den Schnee registrieren, Kurzyoga wie jeden Morgen, Händi aus dem Flugmodus, Pling! Oh, meine Vorgesetzte Isabelle möchte um 9:15 virtuellen Kaffee trinken und ein paar Sachen besprechen. Wir hasten in die Küche, machen alles parat und sind um 9:13 parat. Etwas verpennt, aber immerhin. Zwei weitere Arbeitskollegen, Martin und Pierrot, kommen hinzu und wir unterhalten uns.

Um 12 h ist wieder Yoga virtual. Ich hatte eigentlich im Sinn, das mal mit verschiedenen Kameras aufzunehmen und interessant und sinnvoll zusammen schneiden, um es dann zu veröffentlichen, so dass die, welche um diese Zeit nicht können oder wollen, das sonst mal durchführen können. Die Tests fallen jedoch ins Wasser. Beide Sony-Kameras, mit denen ich sonst so zufrieden bin, können oder wollen nicht länger als 10 – 20 Minuten aufnehmen. Entweder werden sie zu heiss oder irgend eine andere Beschränkung lässt sie nicht weitermachen. Und mit VGA nehme ich das sicher nicht auf. Die 3. Kamera, die des iPhones, nimmt nicht auf, wenn man gleichzeitig Musik auf die Bluetooth-Box streamt. Bleibt also nur noch der Laptop. Aber vor lauter Aufregung und Ablenkung, denn ein paar Yogis melden sich bereits vor 12 h, vergesse ich, die Kamera mitzuschneiden. Nur das Zoommeeting wird aufgenommen, mit allen Teilnehmern im Kleinformat. Und das sind heute, inklusive uns zweien, bereits 10!

Nach dem Mittagessen werden wir wieder aktiv. Bettbezüge und Leintücher waschen und wechseln, Saugen, und, mein persönlicher mechanischer Höhepunkt des Tages: zwei Haken für unsere Rucksäcke montieren. Ich bin ja so stolz. Und endlich schaffen wir es, Martins Neffen Erik eine Karte zu zeichnen und schreiben. Ich gönne mir zwei Versuche und eine Reinzeichnung. Das Büsi sieht zwar aus wie eine Chimäre zwischen Katze und Hase, doch wir finden es trotzdem herzig. Die positionstechnische Asymmetrie kaschiere ich mit einer Blume und einer lachenden Sonne. Ich komme mir vor wie ein Kindergärtler…

Nun haben wir aber das Zvieri verdient, Teil zwei von gestern: Meränggä, Vermicelles und Nidle. Wobei die, weil gestern schon geschlagen, heute etwas pampig geworden und deswegen nicht mehr fotogen ist. Dafür schmeckt es wieder formidable! Es folgt ein etwas längerer Face-Time-Anruf mit Rolf, meinem ehemaligen Lehrmeister und Technogspändli in den 90ern. Er war schon beim Bau der ETH am Hönggerberg dabei und erzählt uns von der damaligen Installation der Heliumrückleitung und von den Kupferdieben, die 600 Meter Kupferrohre in kleine Stücke zerschnitten und dem Altkupferhändler verkauft hatten. Sowas von dreist.

Etwas Flöte spielen zu drei Ambient-Tracks, die ich sehr liebe, bei schönster Abendsonnen-Stimmung, doch so ganz gelingt mir der Flow nicht. Noch immer hallen mir die FaceBook-Posts in den Ohren, die ich auch heute wieder gesehen habe. Zum Glück habe ich Martin, der mich dann immer wieder tröstet und mich von der Schlangengrube wegholt. Und mit etwas Ravel, den er am Klavier spielt, geht das auch ziemlich gut. Und schon wieder knurrt der Magen und es geht in die Küche. Es gibt Risotto mit zweierlei Käse, Tofuschnitzel, Blaukabis, Randensalat und Sprossen, hmmmmmm. Bleibt das Bloggen und die Vorfreude auf den heutigen Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“.