
Samstag. Eine Kältewelle erfasst das Land. In den Alpen hat es geschneit. Auch am Alpennordhang. Die Prognose ist gut, und so stehen wir vor dem ewigen Dilemma: Wohin am Samstag, wenn alle in die Berge fahren? Antwort: Auch im Talgrund ist es schön! So beginnen wir unsere Wanderung in Grafenort. Dort, wo man sonst nur vorbeifährt, wenn man nach Engelberg will. Doch bevor wir losmarschieren, gibts Zmittag, schliesslich ist es ja schon Mittag. Das Restaurant Grafenort ist eines der drei Gebäude des „Barocker Dreiklang“ genannten Ensembles. Daneben gibt es die Kirche in Form eines Zentralbaus mit Altaranbau, welcher den Zentralbau ad Absurdum führt, weil die Bestuhlung und der Altar nun im Längsbau daherkommt. Als drittes Gebäude steht das Herrenhaus. Ein hübsches Büchlein erklärt uns all das im Detail, während wir im Restaurant auf die Kürbissuppe und den Herbstteller warten, welche uns von zwei netten Herren aufgetischt werden.
Dann gehen wir los, grösstenteils auf verschneiten Wegen entlang der Engelberger Aa, Richtung Wolfenschiessen (Kaffee & Tiramisu) und schliesslich nach Stans. Es ist den ganzen Nachmittag lang nicht so sonnig wie erwartet. Aber die Lichteffekte sind durchaus spektakulär und ergeben tolle Bilder. Siehe selbst:































Ein bisschen Sonne hätte ich euch schon gönnen mögen, vor allem bei dieser Kälte. Aber Bewegung und frische Luft tun gut. Wolfenschiessen habe ich noch gut in Erinnerung. Wir waren von einer Tour zu früh in Luzern zurück. So beschlossen wir, einen kurzen Ausflug nach Engelberg zu machen. Der Bahnangestellte traf in unserem Wagen auf einen Bekannten und plauderte mit ihm und beide, sowie die anderen Leute stiegen in Wolfenschiessen aus. Wir warteten, aber es ging einfach nicht weiter. So stiegen wir aus und gingen zum Bahnschalter. Dort sagten sie uns, dass der Zug nicht weiterfährt und sie extra einen Angestellten eingesetzt haben, um die Leute zu informieren. So geht es, wenn die Angestellten auf Bekannte treffen.
So sind wir etwas mehr als einen Drittel des Kantons Nidwalden von Süden nach Norden gewandert, von der Grenze zu Engelberg (Obwalden) bis zur «Hauptstadt» Stans. Im Süden kommt dann noch ein Drittel dazu: das Gebiet westlich der Engelberger Aa bis zum Jochpass. Im Norden müsste man noch den Bürgenstock bis nach Kehrsiten umwandern. Mindestens was die Getränkepreise im Bahnhofrestaurant betrifft, darf man Stans durchaus als «Hauptstadt» bezeichnen: Der Pfefferminztee kostete Fr. 5.60.
Ha, ja der Tell kam fast 400 Jahre zu spät, weil der Herr Flue schon 1487 das zeitliche segnete…
Die neue Holzbrücke von 2025 scheint eine Art Lehrabschluss-Arbeit eines Zimmermann’s Jungen zu sein – absolut perfekt.